05.02.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 01.12
Ab Februar bei Ihrem Apotheker und Kinderarzt erhältlich

------ Anzeige ------

 

RUND UND GESUND
Schwanger mit 20, 30 oder 40
Schwanger mit 20, 30 oder 40 Jahre?

Früher wurden Frauen meistens um das 20. Lebensjahr schwanger. Heute bekommen die meisten Frauen erst mit Ende 20 ein Baby. Viele werden mit Ende 20 oder Anfang 30 Mutter und immer mehr Frauen entscheiden sich auch erst Ende 30 und Anfang 40 für Nachwuchs. Verlaufen Schwangerschaften mit 20 anders als mit 40? Was bedeutet ein höheres Alter  für die medizinische Vorsorge?

Vorsorge für alle

Die Mutterschaftsrichtlinien sehen regelmäßige Vorsorgetermine vor, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Bis zur 32. Schwangerschaftswoche sind Kontrollen alle vier Wochen vorgesehen. Ab dann zweiwöchentlich - bis zum errechneten Geburtstermin. Ist der Termin erreicht, gibt es alle zwei Tage Kontrollen - bis zum zehnten Tag über Termin. Dann wird meist die Geburt eingeleitet. Bei jedem Untersuchungstermin werden der Blutdruck, das Körpergewicht und die Herztöne des Kindes kontrolliert. Drei Ultraschalluntersuchungen (in den Schwangerschaftswochen 9-12, 19-22 und 29-32) stehen an. "Der Frauenarzt führt jedoch bei bei entsprechender Indikation auch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen durch", so Dr. Katja Altevogt. Mit CTG-Untersuchungen können ab zirka der 30. Woche die Wehentätigkeit und der Herzschlag des Kindes kontrolliert werden. Auch der Urin, das Blut sowie die Lage des Kindes werden überprüft. Alle Befunde werden in den Mutterpass eingetragen.

Schwanger mit 20 

Biologisch betrachtet, ist 20 bis 29 das beste Alter zum Schwangerwerden. Die Fruchtbarkeit ist jetzt am höchsten. Die Gefahr einer Fehlbildung des Babys ist in dieser Zeit am niedrigsten. Die Schwangerschaft selbst kann für Frauen zwischen 20 und 29 Jahren auch deshalb leichter sein, weil diese Altersgruppde weniger von gesundheitlichen Problemen wie Bluthochdruck und Diabetes betroffen ist. Jüngere Frauen neigen auch weniger zu Frühgeburten und zu einer Geburt von Babys mit geringem Geburtsgewicht als Frauen, die älter als 35 Jahre sind. Der einzige Nachteil: Viele Frauen in dieser Altersgruppe leben noch nicht in einer stabilen Partnerschaft. Auch stecken viele mitten in der Berufsausbildung und die Schwangerschaft kann erst einmal alles etwas durcheinander bringen. So leidet mitunter die Psyche. Hilfestellung bieten in dieser Situation zahlreiche Beratungsstellen für junge Schwangere. Auch über finanzielle Unterstützung wird informiert.


Schwanger mit 30

Mit Anfang/Mitte 30 ist die Berugsfindung meist abgeschlossen, die Frauen sind relaxter und selbstbewusster. Sie wissen in der Regel genau, was sie wollen, und auch die Partnerschaft ist überwiegend gefestigt. Bei den über 30-jährigen sinkt allerdings schon die Fruchtbarkeit, mit 35 liegt sie nur noch bei 25 Prozent. Das Risiko für Fehlbildungen beim ungeborenen Kind steigt, etwa jedes 250. Kind weist Fehlbildungen auf. Deshalb empfehlen Ärzte Frauen ab Mitte 30 eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese). Diese wird von den Krankenkassen bezahlt. Die Vorsorge wird ab 35 durch einen speziellen Organultraschall zum Abschluss von Fehlbildungen ergänzt.

Auch Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) treten bei Frauen um die 30 vermehrt auf. Der Arzt wird die Frau bei allen Terminen genau und vor allem die Beine der Frau untersuchen. Mit regelmäßigem Sport, Hochlagerung der Beine, Stützstrümpfen und Wechselbädern kann man schon viel für eine Besserung bewirken. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Rate der schwangerschaftsbedingten Komplikationen. Um Krankheiten wie Schwangerschaftsdiabetes schnell zu erkennen, wird zwischen der 22. und 24. Woche ein Zuckertest durchgeführt.

Schwanger mit 40

Frauen, die mit 40 oder älter schwanger werden, haben viel Lebens- und Berufserfahrung und konzentrieren sich mehr auf ihr Kind. Das Gefühl, etwas zu verpassen, stellt sich bei den "späten" Müttern seltener ein. Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Schwangerschaft in dieser Altersgruppe unter 20 Prozent. Das Risiko einer Fehlgeburt ist mit 40 Jahren fast doppelt so hoch wie mit 30. Die Risiken für Fehlbildungen sind deutlich erhöht, ab 45 weist jedes 30. Kind eine Fehlbildung auf. Der Arzt wird daher eine Fruchtwasseruntersuchung empfehlen, womit u.a. Down-Syndrom oder Neutralrohrdefekte ("offener Rücken") diagnostiziert werden können. Auch andere Krankheiten treten in dieser Altersgruppe häufiger auf. Der Arzt wird daher die Schwangere stets besonders genau untersuchen und gegebenenfalls zusätzliche Ultraschall- und Blutuntersuchungen durchführen. "Die Terminintervalle sollten individuell angepasst und ergänzende Untersuchungen zur Überwachung wie zum Beispiel Doppeluntersuchungen durchgeführt werden", rät Dr. Altevogt.

Ein erhöhter Blutdruck kommen in diesem Alter ebenfalls häufiger vor. Der Arzt wird genau darauf achten, dass das Ungeborene gut versorgt wird und gut wächst. Manchmal ist eine medikamentöse Einstellung der Schwangeren unerlässlich. Kommt es bei einer Schwangeren neben erhöhtem Blutdruck auch noch zu Eiweißausscheidungen im Urin, kann eine Gestose vorliegen. Diese kann von Wassereinlagerungen (Ödeme) an Füßen, Beinen, Händen und im Gesicht sowie einer dadurch bedingten plötzlichen Gewichtszunahme begleitet sein.