
Ein Piks schützt Mutter und Kind
Schon zu Beginn der Schwangerschaft sollte Ihr Impfschutz komplett sein
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| Foto: Sanofi Pasteuer |
Wenn Dr.Walter Dolff, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe in Essen, in die Impfausweise der Frauen schaut, beobachtet er, was Studien belegen: Um den Impfschutz für Erwachsene ist es in Deutschland eher schwach bestellt. Für viele spielt das Thema Impfung kaum noch eine Rolle. Der Impfausweis ist lückenhaft oder lässt sich gar im Einzelfall nicht mehr auffinden.
Interessant wird der Impfschutz für viele in der Regel erst dann wieder, wenn eine mögliche Grippewelle heranrollt oder eine persönliche Reise in ein fernes Land ansteht. „Wünschenswert wäre es aber", so der Facharzt, „wenn sich Frauen mit einem Kinderwunsch rechtzeitig um ihren Impfschutz kümmerten, möglichst vor der Schwangerschaft".
Denn der Impfschutz schützt nicht nur die Schwangere vor Infektionskrankheiten, sondern bewahrt auch das Ungeborene vor unnötigen Risiken. Kann der Impfschutz vor der Schwangerschaft noch uneingeschränkt aufgefrischt werden, ist in der Schwangerschaft Vorsicht geboten. In der Regel gilt dann: so wenig wie möglich, jedoch so viel wie nötig zu impfen. „Absolut verboten sind virale oder bakterielle Lebendimpfstoffe", erklärt Dr. Dolff, der stellvertretende Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V. Bei diesen Impfstoffen, z. B. gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken, lässt sich ein Risiko für das Ungeborene nicht ausschließen. Deshalb sollten fehlende Impfungen spätestens drei Monate vor Eintritt einer Schwangerschaft nachgeholt werden. Eine Windpockeninfektion wird oft unterschätzt. Die erstmalige bzw. erneute Ansteckung der Schwangeren kann für das Kind gefährliche Folgen haben. Gefahr besteht ebenfalls, wenn die Mutter zum Geburtstermin erkrankt.
Im Mutterleib wächst das Baby im Allgemeinen gut behütet heran.Allerdings können Infektionen gerade im Frühstadium der Schwangerschaft die gesunde Entwicklung stören. Ein umfassender Impfschutz ist deshalb ganz wichtig für Mutter und Kind.
„Jede Frau sollte mit dem Arzt ihres Vertrauens die für sie notwendigen Impfungen besprechen", empfiehlt Dolff. Die kennen sich in der Regel mit der aktuellen Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut) aus. Darunter zählt auch der Impfschutz gegen Keuchhusten. „Kinder bauen den Schutz gegen Keuchhusten sehr langsam auf. Diese Impfung ist nach heutigen Erkenntnissen notwendig", erklärt Dolff. Um den Nestschutz auch nach der Geburt noch zu gewährleisten, sollten auch Familienangehörige sich spätestens vier Wochen vor dem Entbindungstermin gegen Keuchhusten impfen lassen. Während der Stillzeit sind wieder alle notwendigen Impfungen möglich. Seitens der Experten besteht dann keine Gefahr mehr für das Neugeborene oder die stillende Mutter.
CY T O M E G A L I E - V I R U S
Wenig bekannt, aber weit verbreitet
Studien zeigen, dass Cytomegalie (ausgelöst durch ein Herpes- Virus) zurzeit die häufigste Ursache von Schädigungen des Kindes während der Schwangerschaft ist, noch vor Röteln und Toxoplasmose. Schätzungen zufolge sind weltweit zwischen 0,2 bis 2,4 Prozent aller Neugeborenen mit CMV infiziert. Auch hier gibt ein regelmäßiger Bluttest während der Schwangerschaft Gewissheit. Gefährlich für die Gesundheit des Kindes ist er besonders dann, wenn Mütter sich während der Schwangerschaft erstmalig anstecken. Erfolgversprechend ist bei Ansteckung eine sogenannte passive Immunisierung durch Immunglobulin, das auch während der Schwangerschaft gegeben werden kann. Sie ist nach den bisherigen Erfahrungen unproblematisch und wird von den Schwangeren in der Regel gut vertragen.
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| Foto: Hexal |
Die Kostenübernahme muss im Einzelfall allerdings mit der jeweiligen Krankenkasse besprochen werden.
Impfen erlaubt
Hier sehen Sie, welche Impfungen in der Schwangerschaft nach Risikoabwägung nachgeholt werden können. Nach sorgfältiger Risiko-Nutzen- Abwägung darf geimpft werden gegen: Diphtherie, FSME, Meningokokken, Hepatitis A und B, Influenza, Keuchhusten, Pneumokokken, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf, Tollwut, Typhus.
Quelle: Deutsches Grünes Kreuz, „Impfblick", November 2007




