26.05.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
Ab dem 17. Mai bei Ihrem Gynäkologen und in Krankenhäusern mit Entbindungsstation erhältlich.

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AUSSTATTUNG
Qualität vor Quantität

Qualität vor Quantität
Beim Kauf der Erstausstattung sollten sich die Eltern
nicht nur vom schönen Eindruck leiten lassen

Die wichtigsten Kaufkriterien im Überblick

  • Lassen Sie sich beim Kauf von Fachleuten beraten! Babys Erstausstattung sollte man weder gebraucht im Internet ersteigern noch beim Discounter kaufen. Im Fachhandel kann man Artikel wie Kindersitze und Kinderwagen vor dem Kauf testen.
  • Beachten Sie die bekannten Prüfsiegel!
  • Bevorzugen Sie möglichst natürliche bzw. naturbelassene Materialien. Bei Spielzeug darauf achten, dass keine Weichmacher enthalten sind.
  • Geht von Möbeln oder Spielzeug eine Verletzungsgefahr aus? Scharfe Kanten und Ecken sind gefährlich, Spielzeug darf nicht zu klein sein, weil Babys alles in den Mund nehmen.

Baby in der BlechwanneNoch in der Schwangerschaft laufen die Vorbereitungen für ein schönes Zuhause des Neuankömmlings auf Hochtouren. Das Zimmer wird tapeziert, das Bettchen gekauft, die Wickelkommode aufgestellt. Die ersten Strampler kommen von Freunden. Spieluhren und Kuscheltiere lächeln von den Regalen der Spielwarenläden. Die Redaktion hat recherchiert, welche Kaufkriterien wirklich wichtig sind.

Ganz gleich, ob es sich um die Wickekommode, das Kinderbett, die Matratze, das erste Spielzeug oder den ersten Strampler handelt, die Auswahlkriterien haben einen gemeinsamen Nenner: Bei allen Produkten sollte die Sicherheit des Babys gewahrt sein, mögliche Verletzungsgefahren durch kaputte Möbelstücke, Spiele und Kleidung gilt es weitgehend auszuschließen, dazu zählt heute selbstverständlich auch die Belastung durch giftige Chemikalien wie Weichmacher. Deshalb ist es umso wichtiger, gerade bei der Erstausstattung auf Qualität zu achten - für Experten heißt die Maxime deshalb: lieber weniger einkaufen und dafür tendenziell etwas mehr ausgeben. Denn Qualität hat in diesem Fall leider tatsächlich seinen Preis.
Unser Lektüretipp: Jahrbuch Kleinkinder 2009 - Öko-Test.
Richtig gut leben, Frankfurt a.M., 8,90 Euro

Mit allen Sinnen
Der erste Weg sollte in den Fachhandel führen, da hier die Produkte unverpackt begutachtet werden können und Eltern sich vor Ort über Qualität und Versprechen der Hersteller mit eigenen Augen überzeugen können. Dazu bedarf es der konzentrierten Aufmerksamkeit inklusive Tast- und Geruchstest. "Fühlen Sie mit den Fingern über Ecken und Kanten der Produkte, und nehmen Sie den Geruch des Materials bewusst auf", empfiehlte Karin Schumacher, Ressortleiterin, Öko-Test Frankfurt a.M.. Löcher, Kanten, Splitter oder andere Verarbeitungsmängel wie aufgerissene Nähte bei Kleidungsstücken sind anders kaum zu erfahren. Außerdem signalisiert der Geruchssinn, wenn etwas wirklich stinkt. "In diesem Fall sollte man eher die finger davon lassen", rät die Leiterin des Öko-Test-Ressorts. Auch der praxistaugliche Test gibt Auskunft über ein späteres reibungsloses Handling: Ist die Wickelkommode leicht höhenverstellbar? Bietet sie genug Stauraum, sprich Schubladen, Ablageflächen etc.? Passt sie in das Kinderzimmer?
Kleinkind mit Holzwagen

Sind die Lattenabstände beim Kinderbettchen genormt? Nicht zu groß? Passt auch kein Köpfchen oder Ärmchen hindurch? Besteht auch sicher keine Quetschungsgefahr? Ist der Reißverschluss des Kinderschlafsacks sicher? Lässt er sich von oben nach unten öffnen, um mögliche Quetschungen zu vermeiden? Hat er eine stoffliche Abdeckung? Ist der Halsausschnitt auch nicht zu groß? Vollholz oder Kunststoff? Nicht unbedingt. Allerdings sind Vollholzprodukte in der Regel unproblematischer.

So bergen sie kaum die Gefahr der Ausdünstung von Formaldehyd, das etwa beim Verleimen von Sperrholz häufig eingesetzt wird. Der Geruchssinn kann allerdings auch mal täuschen. Denn selbst Naturmaterialien wie Wolle oder Latex neigen beispielsweise bei Babymatratzen zu anfangs unangenehmen Gerüchen. "Hier reicht es, wenn die Matratze einfach mal ein paar Tage lüftet, bevor man sie benutzt", rät die Expertin. Sehr wohl als problematisch gelten aber weiterhin Produkte, in denen PVC verarbeitet wird.

An erster Stelle stehen insbesondere die Weichmacher, die hormonelle Veränderungen beim Baby bewirken können. Solche Weichmacher haben vor allem im Spielzeug nichts zu suchen, immer wieder geraten solche Produkte in die Schlagzeilen. Hier geben Gütesiegel wie das von Öko-Test, TÜV oder GS eine Orientierung, indem sie solche Mängel untersuchen und in ihre Testnote einfließen lassen.