
Babys Darm braucht einige Zeit um funktionsfähig zu sein
Wenn der Bauch Hilfe braucht
Vor allem Bauchschmerzen sind immer wieder Grund zur Sorge. Ob es sich dabei um ein leichtes Wehwehchen oder eine ernste Erkrankung handelt, ist für die Eltern nicht immer leicht erkennbar.
Bauchschmerzen
Abhängig vom Alter des Kindes können Bauchschmerzen Zeichen ganz unterschiedlicher Erkrankungen sein. Plötzlich auftretende akute Bauchschmerzen sind anders zu bewerten als immer wiederkehrende chronische Beschwerden. Die Bandbreite der Ursachen akuter Bauchschmerzen reicht von harmlosen Störungen wie Verstopfung oder Blähungen über Magen-Darm-Infektionen bis hin zu gefährlichen Erkrankungen wie Blinddarmentzündungen. Schwieriger ist die Beurteilung chronischer Bauchschmerzen. Während bei Kleinkindern oft körperliche Ursachen vorliegen, spielen bei Schulkindern nicht selten psychische Faktoren wie Angst oder Stress eine Rolle. Für eine körperliche Ursache chronischer Bauchschmerzen sprechen zum Beispiel Schmerzen mit Begleitsymptomen wie Erbrechen oder blutigem Stuhlgang. Generell gilt, dass akute Schmerzen stets ernst genommen werden müssen, vor allem, wenn sie mehrere Stunden unverändert stark anhalten oder kolikartig auftreten, der Allgemeinzustand des Kindes schlecht ist und Fieber, Schüttelfrost, Durchfall oder Erbrechen hinzukommen.
Starker Durchfall (Diarrhöe)
Durchfall tritt bei Kindern häufig auf und muss gerade bei Säuglingen ernst genommen werden. Er liegt dann vor, wenn ältere Kinder mehr als drei dünne Stühle am Tag haben, Säuglinge mehr als fünf. Ausgelöst durch verschiedene Viren und Bakterien wird Durchfall häufig von Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen begleitet. Bei blutigem Stuhlgang ist ein Arztbesuch dringend erforderlich, da dies ein Hinweis auf eine schwerere Erkrankung sein kann. Eine der häufigsten Ursachen für Durchfall ist eine Darminfektion, hinter der eine Ansteckung über Nahrungsmittel und Trinkwasser steckt. Auch Lebensmittelvergiftungen oder Medikamentennebenwirkungen können zu Durchfall führen. Er kann aber auch Symptom für andere Krankheiten wie Lebensmittelallergien sein, auf eine Lebensmittelunverträglichkeit hindeuten oder von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Gallenblase oder einer Diabetes mellitus hervorgerufen werden. Kommt es zu einer Reisediarrhöe, sind häufig Kolibakterien die Ursache, Darmbakterien, die im menschlichen Dickdarm ideale Bedingungen vorfinden. Neben den Kolibakterien zählen die Staphylokokken zu den häufigsten Erregern bakterieller Infektionen. Sie bevorzugen eine Ansiedlung auf Eier- und Sahnespeisen, Milchprodukten, Schweinefleisch, Geflügel oder Kartoffelsalat mit Mayonnaise und können zu schwerem Erbrechen und starkem Durchfall führen. Über Nahrungsmittel wie Eier, Eis und Mayonnaise sowie den direkten Kontakt mit erkrankten Personen gelangen auch Salmonellen in den menschlichen Darm. Die Folge können wässrige und blutige Durchfälle sein, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und starke Bauchschmerzen. Häufig werden Durchfallerkrankungen auch durch Viren wie das hochansteckende Rotavirus ausgelöst. In dem Fall wird der Durchfall von starkem Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen begleitet. Typisch ist die Erkrankung für Kinder in den ersten fünf Lebensjahren. Bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu zwei Jahren kann sie zu großem Flüssigkeitsverlust führen. Ein Arzt muss deshalb dringend aufgesucht werden. Hält der Durchfall länger als zehn bis 20 Tage an, sprechen Fachleute von chronischem Durchfall. Oft sind harmlose Ursachen wie Reizmagen oder Reizdarm für die Beschwerden verantwortlich, allerdings sollte die Ursachenforschung immer Sache des Arztes sein. Verstopfung Zehnmal am Tag oder einmal in zehn Tagen – wie oft ein Säugling Stuhlgang hat, ist individuell verschieden. Auch bei Kleinkindern gibt es dafür keine feste Regel. Als verstopft gilt ein Kind erst dann, wenn der Stuhlgang hart und trocken ist und nur einmal pro Woche entleert wird. Ist das der Fall, gehen häufig Schmerzen mit einher. Die häufigste Ursache für Verstopfungen ist eine falsche Ernährung mit zu wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Auch mangelnde Flüssigkeit und der Übergang von Muttermilch auf Beikost können zu Verstopfungen führen. Wenn ein Kind tatsächlich verstopft ist, sollte es möglichst viel trinken (Mineralwasser oder ungesüßten Kindertee), ballaststoffreiche Nahrung zu sich nehmen, stopfende Lebensmittel wie Bananen und Weißbrot ebenso meiden wie Süßigkeiten und sich zur Anregung der Darmtätigkeit viel bewegen. Bleibt der Stuhlgang länger als fünf Tage aus, sollte ein Arzt aufgesucht werden.


