
Kinder beschweren sich nicht über ihre fehlsichtigen Augen. Wer aber schlecht sieht, tut sich mit vielen Dingen schwerer als nötig: beim Lernen, beim Sport oder auf dem Schulweg.
Daher sollten Eltern unbedingt selbst und regelmäßig den Sehsinn ihrer Kleinen beobachten. Im Rahmen der gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt steht insgesamt dreimal der Sehsinn des Kindes im Fokus: bei der U 5, der U 8 und der U 9. Diese Untersuchungen sind gut, aber nicht genug: Problematisch ist die recht große zeitliche Lücke zwischen den Untersuchungen. Die U 5 ist zwischen dem 6. und dem 7. Lebensmonat empfohlen, die U 8 im Alter von etwa 3 bis 4 Jahren und die U 9 kurz vor Schulbeginn mit etwa 5 Jahren. In diesen Jahren verändert sich die Leistungsfähigkeit von Kinderaugen recht stark. Schließlich wachsen Kinder und so auch deren Augen nicht gleichmäßig und proportional. Damit verändert sich auch das Sehvermögen ständig. Gerade in den ersten Lebensjahren aber kann eine zielgenaue Behandlung vom Augenarzt entscheidend dazu beitragen, den Sehsinn der Kinder voll zu entwickeln. Kerstin Kruschinski vom Kuratorium Gutes Sehen: „Die Sehschärfe eines Kleinkindes verfeinert sich durch die verarbeiteten Seheindrücke. Also ist es besonders wichtig, Fehlsichtigkeiten möglichst frühzeitig festzustellen und entsprechend gegenzusteuern. Sogar Babys können schon Brillen tragen!"
Seh-Check beim Spielen
Ab und zu sollten Sie die Augen des Kindes einmal auf spielerische Weise testen:
Knipsen Sie im 1. Monat neben dem Köpfchen des Kleinen eine Taschenlampe an und aus. Macht das Baby neugierige, ruckartige Augenbewegungen hin zum Licht?
Im 4. Monat lenken Sie das Interesse des Kindes auf irgendeinen lustigbunten Gegenstand. Lassen Sie Kinderrassel, Babybürste oder Wuscheltier immer vor den Augen des Kindes hin- und herspazieren. Es sollte das Wunderding nicht mehr aus den Augen lassen.
Im 7. Monat spielen Sie eines der ältesten Kinderspiele der Welt, das Guckguck-Spiel. Verstecken Sie sich vor den Augen des Kindes hinter der Zeitung, dem Sofakissen oder der Gardine. Jetzt sind Sie weg, und nur noch ein „Guckguck" verrät dem Kind, wo Sie stecken. Jedes normal entwickelte Kind fängt jetzt an, mit Augen- und Körperbewegungen nach Mutter oder Vater zu suchen.
Rund um den 8. Monat konzentriert sich das Interesse des Babys auf alle einigermaßen erreichbaren Gegenstände, die es liebend gern in den Mund steckt. Beobachten Sie, ob das Kind dabei gezielt zufasst.
Im 12. Monat wird es Zeit für das erste Ballspiel. Setzen Sie Ihr Kind zwei bis drei Meter entfernt auf den Boden, und kullern Sie ihm einen Ball zu. Beobachten Sie, ob es ihn richtig greift.
Alarmzeichen für die Eltern
Unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen sollten Sie, wenn Sie bei einem Baby oder Kleinkind eines der folgenden Merkmale beobachten:
Schielen
Augenzittern
Zwanghaftes Schiefhalten des Kopfes
Auffallend große Augen
Lichtscheue oder keine Reaktion auf Licht
Getrübte Hornhaut
Weißliche Pupillen oder gelbliches Aufleuchten der Pupille bei direkt einfallendem Licht
Ständiges Reiben mit den Fingern an den Augen und Grimassieren
Große, starre Pupillen auch bei Lichteinfall
Verdrehen der Augen, ohne etwas anzuschauen
Vorbeigreifen
„Regelmäßige Untersuchungen der Kinderaugen sind unproblematisch, aber für die Sehgesundheit der Kinder und deren weitere Entwicklung unerlässlich", bekräftigt Kerstin Kruschinski.
Im 1. Monat:
sehen die Augen des Neugeborenen noch nicht besonders scharf. Aber es kann doch Helligkeit erkennen.
2. Monat:
Das Baby kann schon Umrisse eines Gesichts oder grobe Muster wahrnehmen.
Im 3. und 4. Monat:
Es schaut den Eltern lächelnd ins Gesicht.
5. Monat:
Jetzt sieht es seine Eltern ganz genau. Heimliches Davonschleichen aus dem Zimmer provoziert lautstarken Protest.
6. Monat:
Das gezielte Greifen nach Gegenständen beginnt.
7. Monat:
Jetzt gelingt es schon ganz gut, einen Gegenstand in die Hand zu nehmen, ihn zu drehen und zu wenden.
8. Monat:
Das Baby ist in der Lage, bekannte und fremde Gesichter zu unterscheiden.
9. Monat:
Daumen und Zeigefinger werden aktiv. Sie picken kleinste Gegenstände präzise auf.
11. Monat:
Auf die Frage „Wo ist Papa?" wendet das Kind den Kopf, um ihn zu suchen.
12. Monat:
Am Ende des ersten Lebensjahres gibt das Kind den Eltern ganz gezielt Gegenstände in die Hand.


