19.05.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 02.12
Ab April 2012 bei Ihrem Kinderarzt und Apotheker erhältlich

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GESUNDHEIT
Zecken
GEFÄHRLICHE ZECKEN

Experten warnen vor einer Zeckenplage und damit auch vor einem drohenden Anstieg von Infektionskrankheiten durch Zeckenbisse.

Die ersten Schritte Heiße Sommer, warme Winter: unser Klima ändert sich. Auch wenn geringere Heizkosten unseren Geldbeutel schonen und die Freude über wärmere Zeiten allenthalben spürbar sind, sollte man nicht vergessen, dass mit dem Klimawandel sehr unangenehme Folgen verbunden sind. Nicht nur Mücken sind schon seit dem frühen Frühjahr aktiv, nach dem überdurchschnittlich warmen Winter sind auch die Zecken, die zu den Spinnentieren gehören, schon früh aus ihrem Winterschlaf erwacht und bereits seit dem frühen Frühjahr aktiv. Normalerweise fallen Zecken in die Winterstarre, sobald die Temperaturen sehr niedrig sind. Ab fünf Grad Celsius werden die Spinnentiere wieder aktiv und suchen nach Nahrung. Die zunehmende Erwärmung verleiht der Expansion von Zecken einen kräftigen Schub und erhöht dadurch mit auch das Infektionsrisiko. Vor allem die Zahl der Menschen, die an Frühsommer- Meningo-Enzephalitis (FSME), eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, erkranken, könnte weiter steigen. 2006 wurden beim Robert-Koch-Institut 535 FSME-Fälle gemeldet, so viele wie noch nie seit Einführung der Meldepflicht (2005: 422 Fälle). Das liegt, neben der wachsenden Zeckenpopulation, auch an der gestiegenen Sensibilität von Ärzten und Patienten, die besser aufgeklärt in die Zeckensaison gehen.

Zecken übertragen Viren und Bakterien

Bei der FSME handelt es sich um eine durch Viren verursachte Erkrankung des Zentralnervensystems, deren Erreger- durch Zeckenbisse auf den Menschen übertragen werden. Menschen, die sich längere Zeit in gefährdeten Gebieten (v. a. Bayern und Baden-Württemberg) aufhalten oder dort wohnen, können sich vorsorglich gegen FSME impfen lassen. FSME-Erkrankungen treten allerdings seit einiger Zeit verstärkt auch außerhalb der klassischen Risikogebiete auf. Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Impfung nicht vor einer Infektion mit der Krankheit Borreliose schützt. Nach Schätzungen (es gibt im Gegensatz zur FSME keine Meldepflicht) erkranken in Deutschland bis zu 100.000 Menschen jährlich an der durch Zecken übertragenen Borreliose. Es ist nur ein kleiner Stich - doch er kann böse Folgen haben. Experten gehen davon aus, dass ca. jede fünfte Zecke mit Bakterien (Borrelien) infiziert ist, die für den Ausbruch der Borreliose verantwortlich sind. Das erste sichtbare Anzeichen einer Infektion ist meist eine ringförmige, nach innen heller verlaufende Hautrötung (Wanderröte) rund um die Einstichstelle. Im weiteren Verlauf werden Nervensystem, Bewegungsapparat und Herz angegriffen bis hin zu dauerhaften Lähmungen. Wird die Infektion nicht rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt, kann es zu chronischen Beschwerden wie Arthritis kommen.

Besser vorbeugen als behandeln

Der sicherste Schutz vor Borreliose besteht in der konsequenten Vermeidung von Zeckenstichen, nach dem Motto „Kein Biss - keine Infektion". Vor allen Aktivitäten im Freien sollte man seine Kinder und sich mit einem Zeckenabwehrmittel einsprühen bzw. -cremen. Zusätzlich schützt lange, helle Kleidung vor dem Angriff der winzigen Spinnentiere. Um ganz sicher zu gehen, dass sich keine Zecke auf der Haut niedergelassen hat, sollte man sich auf jeden Fall ganzflächig eincremen oder sich nach einem Aufenthalt im Freien sorgfältig untersuchen. Bei aller Vorsicht - Zecken sollten nicht die Lust an Spiel und Sport in der Natur verderben. Mit dem richtigen Schutz und dem Wissen, wo sich die Tiere aufhalten, kann man der Zeckengefahr entgegenwirken. Die blutgierigen Winzlinge findet man oft imDraußen an der frischen Luft erdnahen Unterholz, in Büschen oder auf Gräsern. Deshalb sind besonders Kinder gefährdet: Sie spielen häufig im Garten, im Park oder auf Wiesen. Aufgrund der geringen Körpergröße können Zecken direkt auf den Oberkörper oder in die Haare krabbeln, wo sie nur schwer zu entdecken sind. Die Spinnentiere suchen sich auf der Haut einen geeigneten Platz für ihre Blutmahlzeit. An warmen, dünnhäutigen Stellen wie Haaransatz und Achselhöhlen stechen sie besonders gerne zu. Zecken lassen sich nicht - wie die meisten glauben - von den Bäumen auf Menschen und Tiere fallen, sondern werden im Vorbeigehen z. B. von Grashalmen abgestreift. Jogger und Wanderer sollten daher möglichst auf den Wegen bleiben und nicht durch das Gebüsch laufen. Geschlossene Schuhe und Kniestrümpfe über den Hosenbeinen bieten zusätzlichen Schutz.

Erste Hilfe nach einem Zeckenbiss

Trotz größter Sorgsamkeit kann es passieren, dass die winzigen Spinnentiere sich in der Haut festgesetzt haben. Dann ist rasches Handeln wichtig, denn je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr, dass sie ihre krankmachenden Viren und Bakterien übertragen kann.

Festsitzende Zecken sollten Sie sofort mit einer Pinzette (oder den Fingernägeln) direkt über der Hautoberfläche entfernen.

Zecken keinesfalls mit Öl, Nagellack oder ähnlichem abtöten, weil dadurch die Übertragung von Krankheitserregern gefördert wird.

Betupfen Sie die Stichstelle mit einem Wund-Desinfektionsmittel, um Entzündungen zu vermeiden.

Um auszuschließen, dass noch Körperteile der Zecke in der Haut stecken, sollten Sie die Stichstelle vom Kinderarzt kontrollieren lassen. IM SOMMER machen Zecken und, ebenso unangenehm, auch Flöhe unseren vierbeinigen Freunden das Leben schwer. Durch den engen Kontakt, den Kinder zu ihren Tieren haben, sind sie auch einer erhöhten Gefahr ausgesetzt, dass die Insekten von Hund und Katze auf den Menschen überspringen. Damit das nicht passiert, sollte man Haustiere mit einem Wirkstoff schützen, der auch für Kinder harmlos und ungefährlich ist. Mittel mit dem Wirkstoff Fipronil bekämpfen Zecken und Flöhe wirkungsvoll und stellen auch für kleine Kinder keine Gesundheitsgefahr dar.

Weitere Infos

Über aktuelle FSME-Risikogebiete können Sie sich dienstags zwischen 10 und 12 Uhr in der Impfsprechstunde des Deutschen Grünen Kreuzes unter der Rufnummer 0 64 21/29 31 88 informieren.