19.05.2012

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GESUNDHEIT
Vergiftungen
Erste Hilfe bei Vergiftung

Kinder wollen die Welt entdecken und gehen ab dem Krabbelalter auf Entdeckungstour. Damit wächst aber auch das Risiko, dass die kleinen Abenteurer sich vergiften. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass gefährliche Stoffe für Kinder unerreichbar gelagert werden.

Etwa 150 000 Kleinkinder vergiften sich jedes Jahr in Deutschland, schätzen ExZwei, die die Welt entdeckenperten. Schuld sind oft bunte Pillen, die nicht richtig weggeschlossen sind, Reinigungsmittel in Colaflaschen oder verlockend duftendes Lampenöl. „Medikamente sind besonders gefährlich", warnt Maria Schwormstedt, Ärztin bei der Techniker Krankenkasse (TK). „Denn viele Arzneien schmecken zuerst süß, so dass Kinder sie nicht sofort wieder ausspucken." Deshalb rät die Ärztin Eltern von Kleinkindern, Arzneimittel nach jedem Gebrauch wegzuschließen - auch wenn sie mehrmals täglich eingenommen werden müssen. Ab dem zehnten Lebensmonat beginnen Kinder zunehmend, ihre Umwelt zu erforschen. Sobald sie krabbeln können wird ihre Reichweite immer größer, und neugierig stecken sie am liebsten alles in den Mund. Deshalb stellen jetzt auch harmlos anmutende Dinge wie Kosmetika eine Gefahr dar - heruntergeschluckt können sie Gift für die kleinen Körper sein. Je bunter die Verpackung und je angenehmer der Geruch, umso größer das Risiko. Aber auch volle Aschenbecher oder Reste alkoholischer Getränke sind für neugierige Kleinkinder gefährlich. Nikotin ist ein Nervengift, das über den Magen aufgenommen viel stärker wirkt als inhaliert. Und Alkohol kann bei Kleinkindern schon in geringen Mengen zu schweren Vergiftungen führen.

Der beste Schutz vor Vergiftungsunfällen ist, die Anzahl der Gefahrenquellen so gering wie möglich zu halten. Deshalb empfehlen Experten dringend, alle Medikamente außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren, am besten in einem verschließbaren Arzneimittelschrank. Auch Putz- und Reinigungsmittel sollten Eltern grundsätzlich wegschließen. Um eine Verwechslung zu vermeiden, dürfen giftige Chemikalien, Haushalts- und Reinigungsmittel zudem niemals in Mineralwasser- oder Saftflaschen umgefüllt werden. Badezimmerartikel wie Kosmetika, Haarspray oder Shampoo sollten zumindest so hoch gelagert werden, dass Kinder nicht an sie herankommen.

Außerdem sollte man darauf achten, dass in Wohnung und Garten keine giftigen Pflanzen stehen, denn Kinder probieren gerne einmal Pflanzenteile oder Früchte, von denen sie besser die Finger lassen sollten. Giftige Pflanzen wie Blauregen oder Ginster reizen die Haut oder verursachen Erbrechen, ebenso wie der Schneeball, dessen Beeren häufig mit roten Johannisbeeren verwechselt werden. Giftige Pflanzen wie Lupinen. Maiglöckchen. Efeu oder Fingerhut führen zu schweren Vergiftungen, wenn sie berührt, gekaut oder gar verschluckt werden. Bei unbekannten Pflanzen kann ein Gärtner bei der Bestimmung helfen.

Die meisten Vergiftungsunfälle passieren, wenn die Eltern gerade einmal nicht hingucken. Deshalb - und weil es so viele giftige Stoffe und unterschiedliche Vergiftungssymtome gibt - ist es im Fall des Falles oft schwierig zu rekonstruieren, was passiert ist. Anzeichen einer Vergiftung können Kleines Mädchen am TablettenregalÜbelkeit, Erbrechen und Durchfall sein. Aber auch Hautveränderungen, enge oder geweitete Pupillen sowie Atem- und Kreislaufstörungen können auf eine Vergiftung hinweisen.

Ruhe bewahren

Das müssen Sie jetzt tun: Sobald der Verdacht einer Vergiftung besteht, gilt: Ruhe bewahren! Wenn ein Kind Vergiftungsanzeichen zeigt oder vermutlich etwas Giftiges geschluckt hat, sollte unverzüglich der Notdienst unter der deutschlandweiten Notfall-Nummer 112 oder die regionale Giftnotrufzentrale alarmiert werden. Der Gift-Notruf benötigt Informationen über die vermutliche Vergiftungsquelle, den Zeitpunkt der Giftaufnahme, sichtbare Symptome, das Alter und das Gewicht des Kindes. Der Gift-Notruf informiert dann, was als Nächstes zu tun ist.

Das dürfen Sie auf keinen Fall tun!

Man sollte auf keinen Fall versuchen, das Kind dazu zu bringen, sich zu übergeben. Manche Stoffe können die Speiseröhre schädigen, besonders ätzende Substanzen, wie Säuren oder Laugen. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Kind das Erbrochene einatmet. So kann es zu schweren Schäden an Kehlkopf, Luftröhre und Lunge kommen. Das Kind darf auf keinen Fall Milch trinken. Sie kann die Aufnahme der Substanz ins Blut beschleunigen.

Das ist Gift für Kinder

Alkohol
Arzneimittel
Giftige Pflanzen
Kosmetika
Putz- und Reinigungsmittel
Zigaretten