
Vertrauen und Kompetenz
"Sag mal, zu welchem Kinderarzt gehst du mit dem Baby?" Diese Frage gehört zu den ersten und häufigsten, die junge Mütter/Eltern im Gespräch stellen. In Schwangerschaftskursen, spätestens aber in der Krabbelgruppe, werden Adressen guter Kinderärzte und ärztinnen wie Geheimtipps gehandelt. Nur zu verständlich, denn wenn ein Baby krank ist, selbst aber nichts über seine Beschwerden sagen kann, sind auf Seiten des behandelnden Arztes Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt. Erfahrung, weil ein Arzt sich bei seiner Diagnose eben nicht auf die Hilfe des Patienten verlassen kann und Fingerspitzengefühl, weil die Eltern oft aufgeregt und besorgt sind und nicht nur gut, sondern auch einfühlsam informiert und einbezogen werden möchten.
Denn wenn ein Baby stundenlang herzerwichend weint, der Bauch offensichtlich weh tut, Durchfall und Fieber den kleinen Körper schütteln oder das Baby sogar apathisch in seinem Bettchen liegt, fällt es Eltern verständlicherweise schwer, die Ruhe zu bewahren. Zur Sorge um das Baby kommt Hilflosigkeit, weil man die Symptome nicht richtig deuten und die Gefahr nicht wirklich einschätzen kann. Dann tut es natürlich gut, wenn ein Kinderarzt Kompetenz und Ruhe ausstrahlt, vorhandene Ängste ernst nimmt, die besorgten Eltern aber auch zu beruhigen weiß. Ein beruhigendes Gefühl vermittelt es Eltern auch, wenn sie wissen, dass ihr Kinderarzt auch im Notfall erreichbar ist und Hausbesuche macht. Die Kompetenz, das Einfühlungsvermögen und die Erreichbarkeit des Arztes sind ganz wichtige Auswahlkriterien. Dafür nehmen Eltern auch weitere Anfahrtwege in Kauf. Wichtig ist aber auch, dass Mütter und Väter sich beim gesamten Praxisteam gut aufgehoben fühlen können. Freundliche Arzthelferinnen, die sich Zeit für die Sorgen und Nöte nehmen, bei allem Stress freundlich bleiben und sich dem kranken Nachwuchs liebevoll widmen, sind ein dickes Plus für eine Kinderarztpraxis.
Deshalb mögen wir unseren Kinderarzt
Eltern nennern die unterschiedlichsten Gründe für die Wahl ihres Kinderarztes. In einigen Punkten aber sind sich fast alle einig mit unseren befragten Müttern:
Susanne: Unser Kinderarzt nimmt sich Zeit für Timo - auch wenn das Sprechzimmer brechend voll ist.
Sandra: Ich bin nervös und aufgeregt, wenn unsere Julia krank ist. Unsere Kinderärztin schafft es aber immer ganz schnell, mir meine Sorgen zu nehmen und mich zu beruhigen.
Tina: Impfen oder nicht? Unter Eltern wird das ja schon mal kontrovers diskutiert. Mit unserem Kinderarzt kann ich über meine Bedenken sprechen, ohne dass er mich irgendwie herablassend behandelt. Mündige Patienten sind für ihn kein Fremdwort.
So vermeiden Sie unnötigen Stress
Mit einem kranken Kind zum Kinderarzt - das ist eine ganz besondere Situation. Im Laufe der ersten Lebensjahre stehen aber auch Routineuntersuchungen an, beispielsweise U-Untersuchungen und Impftermine. Für manche Kinder ist das Stress pur. Schon der Blick in den Hals und das vorsichtige Abtasten Babybauchs wird dann schnell zum Problem. Ist außerdem noch eine Spritze fällig, droht die Situation schnell zu eskalieren. Eltern sind deshalb gut beraten, sich selbst und ihr Kind auf die Untersuchung beim Arzt vorzubereiten. Wer dem Nachwuchs von Anfang an die Angst vorm Doktor nimmt, kann den Stress auch im Akutfall mindern.
Das Kind auf den Besuch vorbereiten
Sprechen Sie vorher mit Ihrem Kind über den Arztbesuch. Wie heißen die Ärztin oder der Arzt? Was wird in der Praxis passieren? Dabei gilt: Nicht unnötig dramatisieren, aber ehrlich bleiben. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es einen "Piks" geben wird, falls eine Impfung ansteht, und versichern Sie ihm, dass Sie dabei bleiben werden.
Ängste ernst nehmen: Wenn Ihr Kind Angst hat, dann sollten Sie dies ernst nehmen. Hilfreich kann es sein, den nächsten Arztbesuch spielerisch vorzubereiten. Verarzten Sie gemeinsam den Teddybären, proben Sie mit Spielzeug eine Impfung, oder nähern Sie sich dem Thema über altersgerechte Kinderbücher.
Im Wartezimmer: Gute Kinderärzte sind gefragt, lange Wartezeiten nicht selten. Bringen Sie deshalb trotz Terminabsprache viel Zeit und ein Lieblingsspielzeug mit. Ihr Kind kann sich ablenken und ist im Behandlungszimmer entspannter.
Gespräch vorbereiten: Schreiben Sie vor dem Arztbesuch alle wichtigen Informationen auf, damit Sie nichts vergessen. Symptome, die Ergebnisse der Fiebermessungenn und die Medikamente, die Sie eventuell schon gegebe haben. Auch Kleinigkeiten können hilfreich sein - zum Beispiel was und wann Ihr Kind zuletzt gegessen und getrunken hat.
Unterlagen früherer Behandlungen: Waren Sie mit Ihrem Kind zuletzt bei einem anderen Facharzt? In diesem Fall denken Sie daran, eine Kopie des Arztbriefes mitzubringen.
Behandlung nicht abbrechen: Fängt Ihr Kind an zu schreien oder wehrt es sich sogar gegen die Behandlung, dann sollten Sie diese trotzdem nicht vorschnell beenden. Ihr Kind wird am Ende feststellen, dass alles halb so schlimm war und sich möglicherweise beim nächsten Mal anders verhalten.


