19.05.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 02.12
Ab April 2012 bei Ihrem Kinderarzt und Apotheker erhältlich

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GESUNDHEIT
Stechen & Beißen

Stechen & Beißen
So schützen Eltern ihr Baby vor den Stichen von
Mücken, Bienen,
Wespen und vor dem Biss der Zecke

 Insekten - Autan
 Fotos: Autan
Bienen, Wespen & Hornissen: Das brennt  
Die eigentlich friedlichen Tiere werden schnell aggressiv, wenn sie sich angegriffen fühlen. Wenn sie dann zustechen, kommt es zu einer starken Rötung und Schwellung, die Einstichstelle brennt auch stark. Gefährlich wird es, wenn Kinder allergisch auf das Gift reagieren. Dann entsteht eine großflächige Schwellung der Stichstelle oder auch ein Ausschlag am ganzen Körper. Selten kommt es zu einem so genannten anaphylaktischen Schock, der zu Kreislaufkollaps und Atemnot führen kann. Ein Kind mit allergischen Reaktionen gehört sofort in die Hände des Arztes bzw. Notarztes! Der muss auch sofort kommen, wenn Ihr Kind in Mund, Hals oder Rachen gestochen wurde!  

Der beste Schutz:
Weil Bienen und Wespen eigentlich nur zustechen, um sich vor Gefahren zu schützen, sollte man Kindern frühzeitig erklären, dass es nicht nach den Tieren schlagen oder hektisch mit den Armen wedeln soll, um die Insekten zu vertreiben. Sie selbst sollten ebenfalls ruhig reagieren, wenn sich Tiere in der Nähe Ihres Kindes aufhalten. Alles Süße zieht die Insekten magisch an. Lassen Sie Babys Saft nicht unbeobachtet auf dem Tisch stehen. Das Essen auf dem Tisch hält man besser auch im Blick. Süßigkeiten, Eis – was lecker schmeckt, zieht Bienen und Wespen magisch an. Gerne halten sich die Tiere an Abfallbehältern in den Straßen, in Parks und Schwimmbädern auf. Auch gilt es: mit Baby einen großen Bogen um diese Attraktionen machen. Wirklich gefährlich werden die Insekten, wenn man sie versehentlich mit dem Essen oder einem Getränk verschluckt und sie in Panik im Mundraum oder gar im Hals zustechen. Größere Kinder sollten deshalb beim Trinken einen dünnen Trinkhalm benutzen. Häufig sind es auch Duftstoffe in unseren Körperpflegeprodukten, die die Tiere anlocken. Wenn Insekten Ihren Nachwuchs besonders anziehend finden, sollten Sie die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte (auch Sonnenschutzmittel) einmal genauer unter die Lupe nehmen bzw. duftneutrale Produkte verwenden.  

Erste Hilfe:
Den Stachel umgehend aus der Haut ziehen, damit kein weiteres Insektengift in die Wunde gelangt. Kühlen Sie die Stichstelle mit einem kalten Waschlappen, Eiswürfeln oder einem speziellen Gel. Nach einem Stich im Mund- und Rachenraum müssen Sie sofort den Notarzt rufen. Bis er eintrifft, helfen Eiswürfel zum Lutschen und kühle Halswickel. Wenn Sie wissen, dass Ihr Kind unter einer Wespen- oder Bienengiftallergie leidet, sollten Sie die entsprechenden Notfallmedikamente immer dabei haben.    

Mücken: So bekommen sie keinen Stich 

Mückenstiche schmerzen nicht, sind aber wegen des starken Juckreizes eine Qual. Auf Grund der Klimaveränderung breiten sich hierzulande auch Mückenarten (z. B. Tigermücken) aus, die tropische Krankheiten übertragen können. Experten warnen auch vor der Ausbreitung von Malariamücken.  

Der beste Schutz:
Mücken sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Deshalb ist es wichtig, dass Babys Schlummerparadies eine mückenfreie Zone bleibt. Zu den ebenso einfachen wie wirkungsvollen Vorsorgemaßnahmen gehört ein Fliegengitter vor dem Fenster. Seine feinen Maschen sorgen dafür, dass die blutsaugenden Plagegeister draußen bleiben. Ein Moskitonetz über Babys Bettchen oder Kinderwagen schützt ebenfalls. Neue Insektenschutzprodukte aus der Apotheke wirken übrigens so sanft und mild, dass sie schon für Babys ab sechs Monaten empfohlen werden. Sie können auf der unbedeckten Babyhaut verteilt werden, wo sie ihre Schutzwirkung über mehrere Stunden aufrechterhalten. Damit sind sie auch im Garten und im Schwimmbad praktisch. Klar abzuraten ist von Insektenvernichtungssprays oder Elektroverdampfern. Sie können Babys empfindliche Atemwege schädigen, sind aber auch für Erwachsene eine Gefahr. Elektrische Summer oder UV-Lichtgeräte bleiben oftmals wirkungslos. Auch ätherische Öle (z. B. Lavendelöl, Nelkenöl) können Mücken für einige Zeit abwehren. Eine Handvoll getrockneter Lavendelblüten in einer Schüssel wirkt ebenfalls abschreckend.  

Erste Hilfe:
Ein kalter Umschlag und kühlende Produkte aus der Apotheke lindern den quälenden Juckreiz.  

Zecken: Ihr Biss kann krank machen 

Dank der milden Winter finden die blutsaugenden Spinnentiere hierzulande ideale ZeckenLebensbedingungen vor. Gefürchtet sind Zecken vor allem als Überträger der viralen Gehirnhautentzündung FSME. Aber auch mit Borrelien infizierte Zecken können gravierende Beschwerden auslösen. Das Krankheitsbild reicht von Gelenk- bis hin zu Herzbeschwerden.  

Der beste Schutz:
Vor allen Aktivitäten im Freien sollte man seine Kinder und sich mit einem Zeckenabwehrmittel einsprühen bzw. -cremen und die Haut nach einem Aufenthalt im Freien sorgfältig untersuchen, z. B. abends vor dem Zubettgehen. Die blutgierigen Winzlinge leben im erdnahen Unterholz, in Büschen oder auf Gräsern. Deshalb sind Kinder besonders stark gefährdet, die häufig im Garten, im Park oder auf Wiesen spielen. Eine Infektion mit Borrelien kann der Arzt nur medikamentös mit speziellen Antibiotika behandeln, vor der gefürchteten FSME gibt es zum Glück einen vorbeugenden Impfschutz. Wer in einer besonders gefährdeten Region lebt oder Urlaub machen möchte, sollte den Kinderarzt unbedingt auf die Impfung ansprechen.    

Erste Hilfe:
Fest sitzende Zecken sollte man direkt über der Hautoberfläche entfernen. Wenn man am Zeckenkörper zieht, lässt sie sich meist ohne größeren Widerstand entfernen. Wichtig ist, dass man Kopf und alle Zeckenbeine erwischt und die Zecke intakt entfernen kann. Um auszuschließen, dass noch Körperteile der Zecke in der Haut stecken, sollte die Stichstelle vom Kinderarzt kontrolliert werden.