19.05.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 02.12
Ab April 2012 bei Ihrem Kinderarzt und Apotheker erhältlich

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FAMILIE & PARTNERSCHAFT
Wichtige Namensfindung

Maxim, Kevin, Jacqueline oder Lea? Über den Vornamen für das Baby wird meistens lange nachgedacht, und tatsächlich ist die Entscheidung nicht leicht. Denn mit dem Namen werden auch Weichen für die Zukunft gestellt. Sogar für den Schulerfolg spielt die Namenswahl eine Rolle, wie eine neue Untersuchung zeigt

Je näher der Tag der Geburt kommt, desto häufiger wird den werdenden Eltern die Frage gestellt "Wie soll es denn heißen?" Viele Frauen machen sich sogar vom ersten Tag der Schwangerschaft über den Namen des zukünftigen Babys Gedanken - spätestens aber dann, wenn im Ultraschall zu erkennen ist, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird.

Persönlciher Erfahrungsschatz
Erste Quelle bei der Suche eines Kindernamens sind meistens Namen von Verwandten oder Bekannten, die man gern mag. Überlegen Sie aber, ob dieser Name wirklich noch zeitgemäß ist. Auch wenn Opa Fritz sehr gerne hatte, ist Fritz sicher nicht der optimale Name für ein Kind heute. 

Familientraditionen
Der Brauch, dem Erstgeborenen den Vornamen des Vaters zu geben, ist zwar sehr aus der Mode gekommen. Dennoch ist es grundsätzlich richtig, Familientraditionen mit in die Überlegungen einzubeziehen. So könnten Sie mal einen Blick auf Ihren Familienstammbaum werfen: Vielleicht finden Sie aus früheren Zeiten einen Vornamen, der inzwischen wieder zu den populären Namen gehört.

Hitlisten der beliebtesten Vornamen
Jedes Jahr werden die beliebtesten Mädchen und Jungennamen gesammelt und in eine so genannte Hitliste gebracht. Diese Hitlisten sind im Internet leicht zu finden (www.beliebte-vornamen.de) Besonders beliebt sind derzeit ale Vornamen aus dem 19. Jahrhundert wie Emma. Auch bei Jungen sieht man diesen Effekt: Paul, Georg oder Otto. Bei Mädchen lässt sich daneben eine Vorliebe für Namen beobachten, die mit einem "L" beginnen, etwa Lisa oder Lilly. Wer einen Namen aus dieser Hitliste nimmt, ist sicher modern und zeitgemäß. Die Schattenseite: Im Kindergarten gibt es vielleicht gleich mehrere Mias oder Leons. Prof. Dr. Astrid Kaiser, Pädagogik-Professorin an der Universität Oldenburg, die viele Studien über Namensgebung durchgeführt hat, rät: "Schauen Sie sich besser die Hitliste der Vornamen auf den mittleren Rangplätzen an, also Rangplatz 20 bis 50. Vielleicht ist da ein Name dabei, der Ihnen gut gefällt."

Namensbücher
Im Handel sind viele Bücher mit Tausenden von Mädchen- und Jungennamen erhältlich. Am besten schreiben Sie einige Namen heraus, die Ihnen am besten gefällen. Dann einige Tage liegen lassen und den Zettel erneut vornehmen - oder auch mal mit der besten Freundin bereden.
Großer Vorteil der Namensbücher: Man kann etwas über die Bedeutung der einzelnen Vornamen erfahren.
 
 
Passend zum Nachnamen
Das man sein Kind nicht James nennt, wenn man Bond heißt, weiß inzwischen jeder. Auch der kleine "Kai Mauer" wird sehr bald alle Witze über seinen Namen leid sein. Damit Vorname und Familienname gut zusammen klingen, kann man sich an diesen einfachen Regeln
orientieren:

  • Vermeiden Sie einen Vornamen mit vielen Silben, wenn schon der Nachname viele Silben hat.
  • Vor einem Nachnamen, der mit einem Vokal beginnt, sollte kein Vorname stehen, der mit einem Vokal endet.
  • Vorname und Nachname sollten sich nicht reimen.
  • Je länger der Familienname, desto kürzer sollte der Vorname sein und umgekehrt. Eltern, die unterschiedliche Nachnamen haben, sollten den Vornamen mit beiden Namens-Variationen testen.

Der Name entscheidet mit über Zukunftschancen

Promi-Vorbild
Vor einigen Jahren war der Popsänger Justin Timberlake oft Vorbild für die Namensgebung. Aktuell ist es besonders die Filmschauspielerin Angelina Jolie. Dass so viele Kinder, die nach dem Jahr 1991 geboren wurden, Kevin heißen, hat auch einen medialen Hintergrund: Da kam gerade der Film "Kevin allein zu Hause" in die Kinos. Doch einen Promi-Namen für das eigene Kind zu wählen kann einige Nachteile haben. Eine Studie der Universität Oldenburg zeigt: Grundschullehrer beurteilen Kinder nach ihrem Namen. Gegen bestimmte Vornamen hegen sie Vorurteile - und stufen manche Mädchen und Jungen deswegen sogar als besonders verhaltensauffällig ein. Die Grundschullehrer trauen kleinen Angelinas, Chantals oder Justins einfach weniger zu. "Die Stärke dieser Aussage hat mich erschreckt. Ich hätte nie gedacht, dass die Vorbehalte der Lehrer gegenüber einigen Namen so groß sind", sagt Prof. Dr. Astrid Kaiser. 

Die beliebtesten Vornamen des Jahres 2010

Mädchen: 1. Mia - 2. Lea/Leah - 3. Emma - 4. Hannah/Hanna - 5. Lena - 6. Anna - 7. Lilli/Lilly - 8. Leonie - 9. Laura - 10. Emily/Emilie

Jungen: 1. Leon - 2. Lucas/Lukas - 3. Jonas - 4. Paul - 5. Finn/Fynn - 6. Ben - 7. Luca/Luka - 8. Maximilian - 9. Louis/Luis - 10. Tim

Exotische Namen
Vor allem Prominente lieben ungewöhnliche Vornamen wie Cheyenne oder Savannah. Ziel ist es, die Einzigartigkeit des eigenen Ablegers auch im Namen widerzuspiegeln. Doch das Motto "Je origineller, desto besser" ist bei Vornamen nicht angebracht. Zum Teil lässt sich aus den Namen noch nicht mal ersehen, ob es sich bei dem Kind um ein Mädchen oder einen Jungen handelt. In der Schule sind Hänseleien der Mitschüler oft vorprogrammiert. Ganz davon abzusehen, dass das Kind lebenslang seinen Vornamen genau buchstabieren und erklären muss - weil niemand außer seiner Familie die Schreibweise kennt. Übrigens: Bei zu exotischen Namen kann der Standesbeamte die Eintragung verweigern, weil der Name den deutschen Vorschriften nicht genügt. Abgelehnt werden mit Sicherheit auch Benennungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind, Beispiel: Ferrari - selbst wenn man ein Faible für den italienischen Super-Sportwagen hat.