19.05.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 02.12
Ab April 2012 bei Ihrem Kinderarzt und Apotheker erhältlich

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FAMILIE & PARTNERSCHAFT
Babys Blick spricht Bände

Babys Blick spricht Bände – Da kann doch niemand widerstehen

Mutter mit NeugeborenemDeshalb  hat die Natur das Kindchen-Schema erfunden. Wenn ein Baby seine großen, tiefblauen Augen aufschlägt und sein kleines Stupsnäschen rümpft, kann kaum ein Betrachter widerstehen. Wenn es dann noch sein winziges, rundes Gesichtchen zu diesem einzigartigen, engelsgleichen Lächeln verzieht, hat es sein Ziel erreicht und uns endgültig in seinen Bann gezogen. Gut, dass die Natur den neuen Erdenbürger mit so viel Überzeugungskraft ausgestattet hat. Die braucht er nämlich, um den Beschützerinstinkt seiner Eltern zu wecken. Sie sind es ja hauptsächlich, auf deren intensive Zuwendung das Baby angewiesen ist und ohne deren Hilfe es nicht lebensfähig wäre. Natürlich reicht es nicht, wenn der Beschützerinstinkt der Eltern geweckt ist. Auch wenn sie für ihr Baby sorgen wollen, so müssen sie doch wissen, was es will und was es braucht. Dazu dienen andere Signale, mit denen der Säugling, der nicht sprechen oder gestikulieren kann, auf sich aufmerksam macht. Sein Weinen kann beispielsweise bedeuten: Ich habe Hunger. Oder auch: Ich habe Schmerzen. Ich fühle mich nicht gut. Und: Ich bin müde. Die meisten jungen Mütter und Väter spüren mit der Zeit ganz instinktiv, was ihr Baby wirklich will. Wir übertreiben unsere Mimik, plappern alberne, unsinnige Worte und wiederholen ständig, was wir schon mehrmals gesagt haben. Warum dieses seltsame Verhalten? Noch in den 70er-Jahren galten Eltern, die sich im Umgang mit ihrem Baby ähnlich verhielten, als spießig und hoffnungslos antiquiert. Aber die so genannte Ammensprache ist rehabilitiert. Sie scheint den Bedürfnissen des Babys nach stärkeren Reizen genau zu entsprechen. Auch der Blickkontakt zwischen Eltern und Kind ist wichtig. Er gibt dem Baby die Sicherheit, umsorgt zu werden. Und die Eltern ihrerseits spüren, dass sie tatsächlich wahrgenommen werden. Diese positive Rückkoppelung bestärkt sie in ihrer Fürsorgebereitschaft ganz enorm. Man kann immer wieder beobachten, dass Eltern im Umgang mit ihrem Kind nur einen relativ geringen räumlichen Abstand einhalten.  

Ein Babylachen sagt doch mehr als tausend Worte 

Das tun sie ganz instinktiv, aber für den Säugling ist ihr Verhalten optimal. Er kann seine Augenlinsen nämlich noch nicht gezielt zusammenziehen. Für ihn ist ein Abstand von 20 bis 25 Zentimetern optimal, denn nur in dieser Entfernung kann er das Gesicht seines Gegenübers überhaupt erkennen. Vielen Eltern (ebenso wie anderen Erwachsenen) ist es zwar peinlich, aber ganz automatisch verändert man in Gegenwart eines Babys Stimme, Sprache und das gesamte Verhalten. Die Stimme wird höher und das Verhalten kindisch. Weshalb verändern Erwachsene Tonfall, Lautbildung und Melodie? Hohe (weibliche) Katharina lächeltStimmen sind für das Baby angenehmer als tiefe, männliche. Lang gezogene Laute wirken beruhigend, eine abfallende Satzmelodie tröstend. Oft wiederholte Wörter oder Sätze wirken aufmunternd. Die übertriebene Gestik ist nötig, damit das Baby mit seinem noch unscharfen Blick den Ausdruck verstehen und imitieren kann. Unser ganzes Verhalten zielt ja schließlich darauf ab, dass der Säugling lernen und sich entwickeln kann. Ohne andere Menschen wäre ein Säugling nicht lebensfähig.