19.05.2012

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BABY POST 02.12
Ab April 2012 bei Ihrem Kinderarzt und Apotheker erhältlich

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DAS 1. LEBENSJAHR
Stillen
MAMAS MILCH IST DIE BESTE

Viele Mütter würden gerne länger stillen, geben aber schon bei ersten Stillproblemen auf. Wenn Sie diese Tipps beachten, wird Ihr Baby aber bestimmt problemlos satt.

Warum sollte man den Säugling zumindest in den ersten Wochen wirklich ausschließlich stillen?

Anlegen direkt nach der GeburtMuttermilch ist einfach die optimale Nahrung fürs Baby. Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe, die ein Säugling für seine gesunde Entwicklung braucht. Außerdem überträgt die Mutter beim Stillen ihre Antikörper gegen Infektionskrankheiten auf das Baby. Und in einer Zeit, in der immer mehr Kinder an Allergien erkranken, ist es auch besonders wichtig, dass Mütter ihr Baby durchs Stillen vor vielen Allergien bewahren können. Das funktioniert nicht immer hundertprozentig, aber Stillen ist in den ersten Lebensmonaten die beste Allergieprävention.

Wie funktioniert das erste Anlegen nach der Geburt?

Gleich nach der Geburt ist der Saugreflex des Babys noch besonders stark. Deshalb suchen die meisten neuen Erdenbürger schon bald von alleine nach Mamas Brust. Dann sollte die frischgebackene Mutter die Gunst der Stunde nutzen und den Säugling anlegen. Wenn sie ein Ziehen im Bauch und an der Brust spürt, hat das Baby sein Ziel, die Brustwarze, erreicht und nuckelt an der ersten Vormilch. Sie ist besonders eiweißreich und deshalb ganz wertvoll. Saugen macht nicht nur satt und schläfrig, sondern regt auch Babys Verdauung an.

Muss man aufs Stillen verzichten, wenn das Anlegen direkt nach der Geburt nicht klappt?

Dazu besteht überhaupt kein Grund. Nach der anstrengenden Geburt kann es schon mal passieren, dass entweder Mama zu nervös ist oder das Baby etwas Zeit braucht, um sich an die neuen Lebensbedingungen zu gewöhnen. Manche Babys können oder wollen nach der Geburt nicht gleich an die Brust. Das ist kein Grund zur Sorge oder gar ein Anlass, aufs Stillen zu verzichten. Mit viel Liebe, Geduld und mit Hilfe der Hebamme gelingt das erste Stillen sicherlich ein wenig später. Auf die Vorteile des Stillens sollten Mütter jedenfalls nicht so schnell verzichten.

Baby wird gestilltGibt es besonders gute Stilltechniken und -positionen?

Probleme beim Stillen sind oft auf falsches Anlegen und eine ungünstige Körperhaltung zurückzuführen. Um ihnen vorzubeugen, sollte man darauf achten, dass das Baby den gesamten Warzenhof (nicht nur die Brustwarze) mit dem Mund umschließt. Um dem Baby das Saugen zu erleichtern, können Mütter ihren Busen im C-Griff umfassen - dabei liegen vier Finger unter der Brust und der Daumen darauf. Besonders gut klappt's meistens, wenn die Mutter sitzt und ihr Baby im „Wiegegriff" hält. Dabei liegt der Kopf des Babys in der Armbeuge und Mamas Hand stützt Babys Po. Stillen im Liegen ist praktisch. Dabei liegt die Mutter gemütlich auf der Seite und das Baby mit dem Köpfchen in Brusthöhe.

Wie oft und wie lange soll das Baby angelegt werden?

Während manche Babys schier endlos lange genüsslich an der Brust saugen, um dann erschöpft stundenlang zu schlafen, sind andere schon nach 20 Minuten satt, brüllen jedoch zwei Stunden später nach der nächsten Mahlzeit. Grundsätzlich sollten Mütter den Nachwuchs nach dessen Bedarf stillen und möglichst nicht versuchen, Babys natürlichen Stillrhythmus zu beeinflussen. Trotz enormer individueller Abweichungen gelten als Orientierungshilfen: In den ersten Lebenswochen meldet sich ein gesundes Baby etwa sechs- bis achtmal innerhalb von 24 Stunden. Jede Mahlzeit dauert dann zwischen 20 und 45 Minuten.

Wie lässt sich die Menge der Muttermilch steigern?

Leider stillen viele Mütter vorzeitig ab, weil sie Angst haben, dass ihr Baby nicht satt wird. Doch selbst wenn Anfangs zu wenig Milch da ist, regelt die Nachfrage schnell das Angebot. D.h. je öfter die Mutter ihren Säugling anlegt, umso mehr Milch wird gebildet. Häufiges Stillen ist also eine fantastische und einfache Möglichkeit, die Milchmenge auf natürliche Weise zu erhöhen. Wichtig für den Milchfluss ist auch, dass die Mutter in aller Ruhe stillt, Stress vermeidet und viel, viel trinkt. Milchbildungstees können ihren Teil dazu beitragen, die Milchproduktion anzukurbeln. Mütter, die glauben, dass ihre Milchproduktion nicht ausreicht, sollten ihre Hebamme um Hilfe bitten, ehe sie einfach abstillen.

Was tun, wenn die Brustwarzen wund geworden sind?

Am besten ist es, wenn das Baby jetzt möglichst oft und kurz gestillt wird, denn das belastet die schmerzenden Brustwarzen weniger. Hilfreich ist es, Milchreste und Speichel auf der Haut trocknen zu lassen. Darüber hinaus sollten die wunden Warzen nur sanft mit Wasser gereinigt werden. Stillhütchen aus Silikon sind, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit empfehlenswert. Um dem Wundsein künftig vorzubeugen, sollten Mütter ihre Stilltechnik mit Unterstützung der Hebamme überprüfen. Oft ist nämlich falsches Anlegen Ursache des schmerzhaften Übels.

Wie erkennt und behandelt man einen Milchstau?

Einen Milchstau erkennt man daran, dass einzelne Bereiche - häufig nur in einer Brust - hart sind und schmerzen. Oft kommt auch erhöhte Temperatur hinzu. Dann heißt es: Sich Bettruhe gönnen und die Hebamme rufen. Vor dem Stillen sollte die Brust gewärmt, anschließend gekühlt werden. Bewährt zum Kühlen hat sich Magerquark. Wichtig ist es, den Milchstau umgehend zu behandeln, da er häufig Vorstufe einer Brustentzündung ist.

www.stillen-info.de
Die Deutsche Liga für das Kind hat zusammen mit der Nationalen Stillkommission Deutschlands eine Website entwickelt, die einen Überblick über Informationsgebote zum Thema Stillen gibt. Zielgruppe sind neben frisch gebackenen Müttern auch Ärzte. Der Service beantwortet Fragen, verweist auf regionale Angebote von Stillberaterinnen, bietet Foren zum Erfahrungsaustausch. Hierfür werden auf der Website vorhandene praktische Angebote von Verbänden und Organisationen vorgestellt, die viel Erfahrung in der Stillbegleitung und Stillunterstützung haben und diese Erfahrung gern weitergeben.