20.06.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
Ab dem 17. Mai bei Ihrem Gynäkologen und in Krankenhäusern mit Entbindungsstation erhältlich.

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DAS 1. LEBENSJAHR
Rückbildung
Rückbildung

Das Baby ist da. Jetzt braucht Ihr Körper Zeit für die Rückbildung.
Es ist ja auch nahe liegend. Da verändert sich der Körper allmählich, beherbergt ein kleines Lebewesen und schafft es mit einer beachtlichen Anstrengung auf die Welt. Dass der Körper Zeit braucht, um sich zurückzubilden, ist nur logisch.

Mama liegend mit BabyDer Bauch im Blickpunkt

Am auffälligsten bildet sich der Bauch zurück. Was sich die letzten Monate deutlich sichtbar rundete, wird jetzt wieder flach - mehr oder weniger. In Bezug auf Rückbildung steht der Bauch für die meisten Frauen im Mittelpunkt ihres Interesses. Dabei sollte es nicht darum gehen, schnell wieder schlank und straff zu werden. Die Muskeln brauchen Zeit, um sich zurückzubilden. Zu früh begonnene Rückbildungsgymnastik zur Straffung des Bauches schadet den durch Schwangerschaft und Geburt veränderten Muskeln eher, als dass sie sie stärkt. Erst wenn der Beckenboden durch gezielte Übungen seine ursprüngliche Festigkeit wieder hat - trotz voller Blase bleibt beim Lachen, Husten oder Rennen alles trocken -, dürfen Übungen für den Bauch gemacht werden. Ich hatte nach neun Monaten die Figur, die ich vor der Schwangerschaft hatte, nur der Bauch war ein bisschen weicher.

Gebärmutter auf Rückzugskurs

Die Gebärmutter bildet sich gleichzeitig mit dem Bauch zurück. Sie wird einhundertmal kleiner, als sie zum Ende der Schwangerschaft war. Dies wird begleitet von Nachwehen. Frauen, die ihr erstes Baby geboren haben, spüren das kaum. Nach dem zweiten oder dritten Kind können diese Wehen in den ersten Tagen sehr unangenehm sein. Wichtig: keine Wärmflasche auf den Bauch legen! Wärme verhindert eher, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht; heftige Blutungen können auftreten. Wärmflasche in den Rücken oder an die Füße ist erlaubt. Vielleicht zeigt eine Hebamme, Krankenschwester oder Krankengymnastin der Wöchnerin ein paar Bauchmassagen. Ansonsten tröstet, dass diese Beschwerden fast immer nach drei Tagen vorbei sind.

Mama mit Baby macht RückbildungDas große Aufräumen

Die Nachwehen begünstigen den Wochenfluss. Er ist hierzulande als hochinfektiös und damit latent gefährlich verschrien. In anderen Län- dern geht man gelassener damit um. Der Wochenfluss übernimmt das große Aufräumen. Mit ihm werden unter anderem Eihautreste und altes Blut aus der Gebärmutter ausgeschieden. Es ist zwar wichtig, in Kliniken Hygienevorschriften einzuhalten, aber innerhalb des eigenen Systems, der eigenen Familie, stellt der Wochenfluss keine Bedrohung dar. Das Baby darf mit unter die Bettdecke, und aus den eigenen vier Wänden sollte Sterilium verbannt werden. Hier genügt eine normale, gründliche Körperpflege mit Wasser und Seife. Schließlich heilt auch die Dammnaht, obwohl der Wochenfluss tagtäglich über sie hinwegläuft.

Die Wunden heilen

Jede zweite Frau hat nach der Geburt eine Dammnaht. Die wichtigste Therapie hierbei ist: Geduld, Geduld, Geduld. Zwar ist der Heilungsprozess lästig, aber die Dammnaht sorgt dafür, dass die junge Mutter sich noch ein paar Tage Ruhe im Bett gönnt und sich nicht gleich übernimmt. Auf einem Schwimm- oder Sitzring sitzt es sich zwar leidlich bequem, doch wird durch diese Haltung der Damm unnötig gespannt und belastet. Essen im Bett, Bauchlage sooft es geht (nach dem Milcheinschuss mit einer Rolle unter dem Bauch), und viel Luft eignen sich wunderbar, um bald wieder sitz- und gehfähig zu sein. Zur Frage, welche Creme oder Tinktur diesen Prozess am wirksamsten unterstützt, vertritt jede Hebamme und jede Klinik ihre eigene Meinung.

Gefühle fahren Achterbahn

Die Gefühle fahren Achterbahn. Die Freude über das große Wunder der Geburt wechselt mit der Angst, der Verantwortung nicht gewachsen zu sein, und mit Erschöpfung. So kommt es vor, dass die junge Mutter, die eben noch glückstrahlend auf ihrem Bett saß, plötzlich in Tränen aufgelöst ist, weil sie denkt, sie sei die einzige Frau auf der Welt, die nicht in der Lage ist, ihr Kind richtig zu versorgen. Lassen Sie Ihre Gefühle raus, egal ob Ihnen zum Lachen oder Weinen zumute ist. Beides trägt jedenfalls zu Ihrer Entspannung bei und bringt manchmal die Milch erst richtig zum Fließen. Manche Partner sind allerdings verwirrt, weil sie ihre Partnerin noch nie so gefühlvoll und verletzlich erlebt haben. Sie sollten die Gelegenheit nutzen, ihre Lebensgefährtin von einer neuen Seite kennen und lieben zu lernen. Ängstigen müssen sie sich nicht, das Gefühlskarussell ist ganz normal.

Nachtschweiss ist harmlos

Hormone sorgen dafür, dass die junge Mutter im frühen Wochenbett viel schwitzt. Während der Schwangerschaft eingelagertes Wasser wird über die Haut ausgeschieden. Das kann drei bis vier durchschwitzte Nachthemden bedeuten. Das ist nicht schlimm, höchstens lästig.

BIS DIE MILCH FLIESST

Beim Stillen „Du musst unbedingt ein Foto machen, so ein Dekolleté werde ich nie wieder haben", jubiliert eine junge Mutter. Nach etwa drei Tagen schwillt der Busen zusehends zu einer für viele Frauen unvorstellbare Größe an. Nicht einmal der während der Schwangerschaft auf Zuwachs gekaufte BH passt. Aber keine Angst. So dick bleibt er nur ein bis zwei Tage. Während dieser Zeit lässt sich die Brust auch mit Mullwindeln verpacken. Was den Busen prall macht, ist Gewebsflüssigkeit, die Platz schafft für die nachfließende Milch. Es fließt also zunächst eher spärlich Milch. Das verunsichert viele Mütter und sie haben Sorge, dass ihr Baby nicht satt wird. Aber das Wunder Natur funktioniert auch hier: Menge und Zusammensetzung der Muttermilch sind genau auf die kindlichen Bedürfnisse abgestimmt. Für viele Frauen geht der Milcheinschuss mit Schmerzen einher. Der Busen wird berührungsempfindlich. Viele Babys haben Probleme, die in dieser Zeit etwas flach ausgezogene Brustwarze zu fassen zu bekommen. Jetzt ist es wichtig, Ruhe und Muße für das Stillen zu haben. Häufiges Anlegen bringt Linderung. Es fördert den eigentlichen Milchfluss; der Busen kann sich entspannen, wird kleiner und weicher, der BH passt wieder. Übrigens: Die Größe der Brust hat nichts damit zu tun, wie viel Milch eine Frau hat.