20.06.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
Ab dem 17. Mai bei Ihrem Gynäkologen und in Krankenhäusern mit Entbindungsstation erhältlich.

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DAS 1. LEBENSJAHR
Sprachliche Entwicklung


Silbe für Silbe sprechen lernen
Der spannendste Bauplan im Leben

Mama und ichDie sieben Monate alte Nina liegt auf ihrer Krabbeldecke und plaudert vor sich hin. „Eee, hä-hä, da-dä, papa", brabbelt die Kleine, lacht und kichert dabei und strampelt freudig mit den Beinen. Ihre Mutter blickt erstaunt zu Nina hinüber. Hat ihre Tochter gerade Papa gesagt? Ja, hat sie, aber Nina weiß noch nicht, dass ihr gelalltes Pa-pa tatsächlich die Bezeichnung für ihren Papa ist, noch sind es nur bunt aneinandergereihte Laute, die zur gesunden sprachlichen Entwicklung des Säuglings beitragen. Ein echtes „Papa" oder „Mama" wird Nina wohl erst um ihren ersten Geburtstag herum sagen können, dann aber kann es sein, dass nicht nur ihr eigener Papa der „Pa-pa" ist, sondern Papa für die Kleine allgemein die Bezeichnung für einen Mann ist, und so kann schon mal der Nachbar mit Papa angesprochen werden. Babys sind Lerngenies Doch wie funktioniert es eigentlich, dass ein Kind spätestens mit zwei Jahren seine ersten Worte spricht, fragt sich Autorin Claudia Schäfer in ihrem Buch zur Sprachförderung in der Familie.* „Ein Kind muss, bevor es sein erstes Wort spricht, viele wichtige Entwicklungsschritte tun", so die Erziehungswissenschaftlerin.

Es muss genau hinhören, genau sehen und Hunderte von Muskeln, die am Sprechen beteiligt sind, aktiv ausprobieren und koordinieren lernen. Anregung bieten Kindern ist diese Lernfähigkeit in die Wiege gelegt. „Sie besitzen eine Art inneren Bauplan, d. h., sie tragen alle notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten in sich", weiß Schäfer. „Allerdings müssen die im Kind angelegten Möglichkeiten durch Umweltreize angeregt werden, um sich zu entfalten." In freundlicher Umgebung macht ein Baby schon mit etwa sechs Wochen seine ersten Sprechversuche - indem es zunächst nur Töne bildet. Im Laufe der Wochen und Monate kommen Laute hinzu, wie etwa das b, das w und das m. Ab dem zweiten Halbjahr des ersten Lebensjahres werden die Laute irgendwann zu Silbenketten, wie bei Nina im obigen Beispiel, ma-ma, pa-pa, da-da-da. Erst mit einem Jahr beginnt ein Kind, seinen Namen zu verstehen und darauf zu reagieren, und wenn es von sich selbst spricht, tut es dies mit seinem Namen, das Ich-Bewusstsein erwacht langsam.

Individuelles Lerntempo
Der Autorin und allen Wissenschaftlern ist es wichtig zu betonen, dass diese Entwicklungsschritte sich bei jedem Kind zu einem anderen Zeitpunkt entwickeln können, jedes Kind sein individuelles Tempo hat. Gibt es Unterschiede bei Mädchen und Jungen in der Entwicklung? „Ja", sagt Erziehungsexpertin Schäferaus Erfahrung, „Mädchen scheinen den Jungen in der Sprachentwicklung durchschnittlich immer ein wenig voraus zu sein."

So wecken Sie die Freude am Sprechen


Mutter beugt sich über ihr BabyEltern können gar nicht genug mit ihrem Baby sprechen. Beziehen Sie den Nachwuchs in den Alltag ein, beschreiben Sie, was Sie gerade tun und warum Sie es tun. Das sind ganz einfache Dinge, aber sie sind sehr wirkungsvoll. Genieren Sie sich also nicht zu sagen: Jetzt gehen wir spazieren. Und: Es ist ganz warm, weil die Sonne scheint. Oder: Jetzt nehme ich die Teller aus dem Schrank und decke den Tisch, damit wir gleich essen können. Oder: Ich ziehe dir jetzt die blaue Hose an und den roten Pullover.