
E R Z I E H U N G i s t k e i n K i n d e r s p i e l .
D a s e r l e b e n M ü t t e r & V ä t e r j e d e n Ta g
Mut zum eigenen Weg
Wie viel Freiheit muss ich meinem Kind lassen, wenn es anfängt, seine Umwelt selbstständig zu erkunden? Wann muss ich eingreifen? Viele Mütter haben Angst, ihr Kind könnte sich weh tun oder etwas anstellen. Ihr Baby aber lernt aus Erfahrungen und Ausprobieren. Dabei hat es viele Erfolgserlebnisse, die wichtig für sein Selbstwertgefühl und seine Entwicklung sind.
Lassen Sie Ihrem Kind den Raum, den es für die Entwicklung seiner Persönlichkeit und seiner motorischen Fähigkeiten braucht. Sie sollten neugierige kleine Entdecker aber nicht aus den Augen lassen, da ein Kleinkind selbst mögliche Gefahren noch nicht einschätzen kann. Die meisten Mütter machen sich Sorgen, dass ihr Kind auf Entdeckungstour zu Schaden kommen könnte - diese Sorgen sind normal. Aber sobald Sie spüren, dass Sie auch bei harmlosen Situationen ängstlich reagieren, atmen Sie - bevor Sie zur Tat schreiten - ein paarmal tief durch, und sagen Sie sich leise: „Alles ist o.k., ich kann bei Bedarf sofort eingreifen." Erst dann greifen Sie, wenn nötig, ein.
Darf ich älteren Familienmitgliedern widersprechen (Großeltern, Tanten etc.), wenn sie sich in meine Kindererziehung einmischen? Ein klares Ja! Oma und Opa sind zwar in der Regel „kindererfahren", aber hier geht es um Ihre Kinder. Und da ist es nur normal, wenn Ihre Prinzipien und ihnen zu Besuch ist. Lassen Sie ihnen das Vergnügen, das Enkelkind zu verwöhnen, vorausgesetzt sie schlagen nicht deutlich über die Stränge.
Darf ich ein Kind in der Krabbelgruppe ermahnen, wenn es mein Kind ständig ärgert oder schlägt? Prinzipiell können die Kleinen sich erst mal selbst recht gut verteidigen. Wenn Sie allerdings beobachten, dass das andere Kind weder damit aufhört noch von seiner Mutter dieses Verhalten unterbunden wird, dürfen Sie höflich aber bestimmt einschreiten: „Kevin, bitte lass das Schlagen sein. Du tust Julia weh." Oder wenden Sie sich direkt an Wertvorstellungen von denen der Großeltern abweichen. Die Großeltern dürfen gern ihre Meinung dazu äußern und Ihnen den einen oder anderen Tipp geben, wenn das für Sie in Ordnung ist. Wenn nicht, erklären Sie ihnen freundlich, was Sie sich von ihnen im Umgang mit Ihrem Sprössling wünschen und warum, z. B: „Ich schätze eure Meinung sehr und danke Euch dafür. Allerdings haben wir bei unserer Erziehung die Regel, dass unser Kind während der Mahlzeiten sitzen bleibt und nicht mit dem Essen rumläuft." Seien Sie allerdings nicht zu streng mit Oma und Opa, wenn das Kind mal bei ihnen zu Besuch ist. Lassen Sie ihnen das Vergnügen, das Enkelkind zu verwöhnen, vorausgesetzt sie schlagen nicht deutlich über die Stränge.
Darf ich ein Kind in der Krabbelgruppe ermahnen, wenn es mein Kind ständig ärgert oder schlägt? Prinzipiell können die Kleinen sich erst mal selbst recht gut verteidigen. Wenn Sie allerdings beobachten, dass das andere Kind weder damit aufhört noch von seiner Mutter dieses Verhalten unterbunden wird, dürfen Sie höflich aber bestimmt einschreiten: „Kevin, bitte lass das Schlagen sein. Du tust Julia weh." Oder wenden Sie sich direkt an die Mutter: „Bitte sorge dafür, dass Kevin mit dem Kneifen aufhört." Ist Erziehung wirklich so einfach, wie viele Experten (Pädagogen und Psychologen) behaupten, wenn man sich nur an die richtigen Erziehungsregeln hält? Viele Eltern erleben das im Alltag ganz anders und reagieren dann rat- und hilflos. Regeln strukturieren und erleichtern die Erziehung für die Eltern. Dennoch gibt es im alltäglichen Leben mit den Kleinen Situationen, die trotz fester Regelstruktur nicht immer wünschenswert verlaufen. Werden Sie sich in solchen Ausnahmesituationen bewusst, dass Ihr Kleines keine Maschine ist, die immer gleich funktioniert, wenn man die richtigen Knöpfe drückt. Ausnahmen gehören zum Alltag. Bleiben Sie dennoch Ihren Regeln und Grenzen treu, und betrachten Sie stets das Gesamtergebnis: „Na gut, es scheint heute ein schwerer Tag zu sein. Trotzdem bin ich mit mir und meiner Erziehung zufrieden."
Die eine richtige Kindererziehung gibt es nicht. Jede Mutter und jeder Vater muss die für sich beste Möglichkeit herausfinden und diese beim eigenen Kind anwenden. Allerdings sollte Erziehung immer auf Respekt und Liebe basieren.
Warum habe ich das Gefühl, dass andere Mütter alles im Griff haben, immer gut gelaunt und ausgeglichen sind? Dieser Eindruck täuscht häufig. Wenn Sie diese „Super- Mütter" beobachten, sollten Sie sich bewusstmachen, dass dies Momentaufnahmen sind, die gewiss nicht den gesamten Alltag widerspiegeln. Außerdem sind alle Babys unterschiedlich.
Manche sind unkompliziert und manche anspruchsvoller. Vergleichen Sie sich nicht immer mit anderen. Vergleiche führen häufig zu ungesundem Selbstzweifel. „Ich bin eine gute Mutter" - das können und dürfen Sie sich selbst ruhig immer wieder sagen. Kinder zu haben und sie zu erziehen ist eine wundervolle und erfüllende Aufgabe. Allerdings sollten Eltern sich dessen bewusst sein, dass Kinder ganz individuelle Persönlichkeiten mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen aber auch Problemen sind. Diese können wir durch unsere Erziehung auffangen und meistern. Und am besten können wir das, wenn wir den Mut haben, an uns als starke Eltern zu glauben. Wenn wir es schaffen, auch uns selbst als einzigartige Persönlichkeiten mit Stärken und Schwächen zu sehen, gelingt es uns besser, und uns von der Vorstellung der „Super-Mutter" und des „Super-Vaters" zu distanzieren.


