20.05.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
Ab dem 17. Mai bei Ihrem Gynäkologen, in Krankenhäusern mit Entbindungsstation und über Happy-Mom-Taschen erhältlich.

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DAS 1. LEBENSJAHR
Baby und Fläschchennahrung

Stillen ist zweifellos das Beste fürs Baby. Aber wenn Muttermilch nicht oder nicht lange genug zur Verfügung steht, sind Milchnahrungen eine (fast) gleichwertige Alternative.

Babys brauchen für ihr gesundes Gedeihen hochwertige Nähr- und Vitalstoffe wie Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe. Wichtig für die Entwicklung des Verdauungstrakts, der bei der Geburt noch nicht voll entwickelt ist, sind probiotische Bakterien. Sie siedeln sich nämlich in Babys Darm an und übernehmen dort wichtige Verdauungsfunktionen. Außerdem sind sie ein wichtiger Teil der Darmflora und damit von entscheideender Bedeutung für die Entwicklung gesunder Abwehrkräfte. Babys Gehirn braucht gezielte Entwicklungshilfe und der kleine Organismus außerdem Unterstützung im Kampf gegen Allergien. Muttermilch enthält von Natur aus alle Bestandteile einer gesunden Säuglingsnahrung.

Aber die Milchnahrungen, die heute angeboten werden, kommen dem Ideal sehr nahe. Die Ernährungswissenschaftler haben ein optimales Verhältnis von Eiweiß, Fetten und Kohlehydraten gefunden. Milchnahrungen liefern dem kleinen Organismus von Anfang an wichtige Spurenelemente wie Eisen für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung und Mineralstoffen wie Magnesium, Kalium und Calcium, die allesamt wichtig für den Muskel- und Knochenaufbau sind. Und ebenfalls nach dem Vorbild der Muttermilch werden heute so genannte LC-Pufa (langkettige Fettsäuren) zugefügt, die die Entwicklung des lindlichen Gehirns fördern sollen und damit dem Nachwuchs einen noch besseren Start ins Leben bieten kann.

Omega-Fettsäuren sind in diesem Zusammenhang besonders bekannt. Von ihnen versprechen sich Experten eine Förderung der kindlichen Lernfähigkeit. Omega-Fettsäuren gelten als wichtige Garanten für die Entwicklung der kindlichen Sehnerven und sind deshalb für die kindliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Ganz besonders wichtig ist auch die Erkenntnis der Wissenschaftler, dass der Darm unser größtes Immunorgan, die Schaltstelle und das Herz unseres Immunsystems, ist.

Die wichtigste Arbeit in diesem Abwehrbollwerk leisten winzig kleine Mikroorganismen, Keime und Bakterien. Sie besiedeln den Darm auf seiner ganzen Länge und verhindern, dass sich krank machende Fremdkeime ausbreiten können. 
Die Basis für ein starkes Immunsystem wird am Anfang des Babylebens geschaffen. Solange ein Baby im Mutterleib heranwächst, ist sein Darm steril, also frei von Keimen und Mikroorganismen.

Mütterliche Abwehrkräfte schützen das Ungeborene vor Infekten. Währtend des Geburtsvorgangs werden erste wichtige Keime zum Aufbau einer eigenständigen Darmflora  von der Mutter auf das Baby übertragen. Ganz entscheidend für den Aufbau einer gesunden Darmflora aber ist die Muttermilch, die der Säugling in seinen ersten Lebenstagen bekommt. Muttermilch fördert nämlich durch ihre einzigartige Zusammensetzung besonders das Wachstum so genannter Bifidusbakterien. Damit auch nicht gestillte Kinder von den nützlichen Eigenschaften der Bifidusbakterien profitieren, werden diese Bakterienstämme heute den meisten Milchnahrungen zugefügt. Eltern haben dabei die Wahl zwischen prebiotischen und probiotischen Nahrungen.

Der Unterschied: Prebiotika sind Nahrungsbestandteile, die indirekt auf die zusammensetzung der Darmflora wirken, indem sie dort das Wachstum nützlicher Bakterien anregen und fördern. Als Probiotika bezeichnen Wissenschaftler lebende Mikroorganismen, die direkt und unmittelbar die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen.

Damit sie den Darm unversehrt erreichen, müssen die Bakterien resistent gegenüber Magensäure und Verdauungsenzymen sein. Diese Voraussetzungen erfüllen Bifidusbakterien, die die natürliche Darmflora gestillter Babys ja so stark dominieren, glücklicherweise optimal.

Tatsächlich leiden probiotisch ernährte Babys seltener an Magen- und Darmerkrankungen wie Durchfall, Spucken, Verstopfungen und Rötungen im Windelbereich. Durchfälle als Begleiterscheinung einer Antibiotikatherapie treten bei probiotisch ernährten Babys nur halb so häufig auf wie bei Babys, die diesen Schutzkomplex nicht erhalten. Außerdem kommt es bei ihnen auch seltener zu schweren Flüssigkeitsverlusten, die schnell zum "Austrocknen" führen, was für Babys besonders gefährlich ist.

Und ganz grundsätzlich zeigen Studien, dass Kinder, die probiotisch ernährt werden, insgesamt einen besseren Gesundheitszustand aufweisen, seltener an fiebrigen Infekten leiden und möglicherweise sogar besser von Allergien geschützt sind.