
Babys Darm braucht Hilfe
Verdauungsprobleme gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden eines Babys. Kein Wunder, denn der anfangs unreife Darm muß innerhalb des ersten Lebensjahres eine große Anpassungsleistung vollbringen.
Besonders häufig leiden Säuglinge an den so genannten Dreimonatskoliken. Jungen sind von den schmerzhaften Beschwerden häufiger betroffen als Mädchen. Die Koliken, die vor allem in den ersten drei Lebensmonaten auftreten, stellen für die ganze Familie eine große Belastung dar. Wenn ihr Baby so offensichtlich starke Schmerzen leidet, sich die Lunge allabendlich aus dem Leib weint und stundenlang einfach durch nichts zu beruhigen ist, leiden auch die Eltern.
Es ist ein enormer Stress, die Beschwerden ihres Babys so hilflos mit ansehen zu müssen und nicht helfen zu können. Der Schlaf leidet, weil Mütter und Väter immer in der Sorge leben, ihr Baby könnte nachts aufwachen und wieder von Schmerzen gepeinigt werden. So unvermittelt die Koliken auftreten, so plötzlich hören sie auch wieder auf. Meist beginnt die Leidenszeit in der zweiten Lebenswoche, erreicht im zweiten Lebensmonat ihren Höhepunkt und ebbt im dritten Monat wieder ab.
Trotz aller Forschungen ist es bis heute nicht gelungen, eine eindeutige klare Ursache für die heftigen Beschwerden auszumachen. Das noch nicht vollständig ausgebildete Verdauungssystem, zu hastiges Trinken, vermehrtes Luftschlucken und unzureichendes Aufstoßen sind nur einige der möglichen Verursacher.
Die typischen Symtome
- Schmerzattacken am frühen Abend
- Lang anhaltendes, oft stundenlanges Weinen
- Die Beinchen werden abwechselnd gestreckt und angezogen
10 wirksame Hilfen bei Dreimonatskoliken
- Während der Stillzeit sollten Mütter vorsorglich auf blähende Lebensmittel verzichten, also auf Kohl- und Lauchsorten (z.B. Brokkoli, Sauerkraut, Zwiebeln, Knoblauch, Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen) und frisches Steinobst (z.B. Kirschen, Pflaumen
- Achten Sie darauf, dass das Baby beim Saugen den ganzen Warzenhof in den Mund nimmt und nicht nur an der Brustwarze nuckelt.
- Bei Babys, die mit dem Fläschchen gefüttert werden, immer abwarten, bis sich der Schaum auf der Milch aufgelöst hat.
- Achten Sie daruaf, dass Ihr Baby nicht zu hastig trinkt. Die Saugöffnung darf höchstens einen Tropfen pro Sekunde durchlassen.
- Animieren SieIhr Baby nach der Mahlzeit zu einem Bäuerchen. Dabei kann verschluckte Luft entweichen, bevor sie Babys Bauch belastet.
- Bewährt haben sichWirkstoffe, die der Milch beigemischt werden und Gasansammlungen im Darm auflösen, bevor es zu einer schmerzhaften Kolik kommt. Stillkindern kann mann die Tropfen vor der Mahlzeit direkt in die Wangentasche geben.
- Bei Bauchweh fühlt das Baby sich in der Fliegerstellung besonders wohl. Hier spürt es elterliche Nähe und Geborgenheit. Außerdem wirkt der leichte Armdruck auf seinen Darm wie eine wohltuende Massage.
- Krampflösende Tees (z.B. fertige Mischungen aus Fenchel, Anis und Kümmel) beruhigen die Verdauungsorgane.
- Zwischen den Mahlzeiten kann eine Bauchmassage die Verdauung anregen. Dazu den Nabel des Babys sanft mit der flachen Hand umkreisen. Massiert wird immer im Uhrzeigersinn, da dies dem Darmverlauf entspricht.
- Kirschkernkissen und Wärmflaschen lindern Blähungsbeschwerden ebenfalls.
Gefährlicher Durchfall
Jede Durchfallerkrankung ist wegen des hohen Wasserverlustes (Dehydrierung) für ein Baby gefährlich und sollte deshalb unverzüglich behandelt werden. Wenn ein Säugling an Durchfall oder Erbrechen leidet, sollte man unbedingt einen Kinderarzt aufsuchen. Innerhalb von 24 Stunden trocknen die Kleinen so stark aus, dass sie in akute Gefahr geraten. Immerhin müssen jedes Jahr fast 90.000 Kleinkinder wegen Durchfall Durchfalls stationär im Krankenhaus behandelt werden.
Auch Durchfälle können mehrere Ursachen haben. Einer der häufigsten Auslöser für schwere Brechdurchfälle sind Rotaviren. Diese hochgradig ansteckenden Viren können können bis zu 20 Brechattacken innerhalb von 24 Stunden auslösen, begleitet von heftigen Durchfällen, Fieber und starken Bauchschmerzen. Der Flüssigkeitsverlust ist enorm. Für Durchfälle bei Erwachsenen sind meistens andere Erreger verantwortlich.
Aber natürlich können kranke Erwachsene auch den Nachwuchs infizieren. Hygiene istdeshalb besonders wichtig. Gründliches Handewaschen bietet den besten vorbeugenden Schutz vor einer Ansteckung. Hygiene ist auch bei Zubereiten der Milchnahrung bzw. beim Reinigen des Fläschchens wichtig. So können Durchfälle auch durch ein verunreinigtes Fläschchen ausgelöst werden, wenn dieses nach dem Gebrauch nicht sorgfältig gereinigt wurde.
Reste der Milchmahlzeit sollten außerdem nicht aufgewärmt, sondern weggeschüttet werden. Viele Babys reagieren übrigens auch wegen ihres noch unreifen Darms auf Nahrungsmittel mit Durchfällen. Und gar nicht selten kommt es nach einer Behandlung mit Antibiotika zu Durchfällen.


