25.05.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
Ab dem 17. Mai bei Ihrem Gynäkologen und in Krankenhäusern mit Entbindungsstation erhältlich.

Gewinnen Sie hier
tolle Preise!

 

DAS 1. LEBENSJAHR
Frühförderung

 

Eine bewegte Babyzeit, da sind sich Kinderärzte und Entwicklungsforscher einig, ist eine optimale Vorbereitung aufs Leben. Denn Bewegung bewegt auch etwas im Gehirn. Alles, was ein Baby bewegt - im unmittelbaren wie auch übertragenen Sinne -, fördert die Verschaltung von Nervenzellen im kindlichen Gehirn und damit die

vier Mütter + Babys

Lernfähigkeit des Gehirns. Denn je mehr Verschaltungen sich in unserer frühen Kinheit durch Erlebnisse, Erfahrungen und positive emotionale Empfindungen bilden, desto leistungsfähiger wird das Denkzentrum, desto stabiler aber auch das Gefühlsleben. Dann können auch kleine Misserfolge den wissbegierigen Nachwuchs nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Für Gehirnforscher wie Professor Dr. Gerald Hüther ist das kindliche Gehirm in das Zentrum des Interesses gerückt. Wie funktioniert Lernen grundsätzlich? Und wie können Eltern die Voraussetzungen für ein funktionsfähiges Denkorgan und eine stabile Persönlichkeit schaffen? Indem sie die Verschaltung von Nervenzellen im kindlichen Gehirn fördern. Seine Erkenntnis aufgrund langjähriger Forschungsarbeiten lautet: Liebe, Zuwendung und Bewegung sind die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen vom ersten Lebenstag an.

Eltern können also entscheidend beeinflussen, wie und wofür ein Kind sein Gehirn benutzt. Durch die Art und Weise, wie diese mit ihrem Kind spielen, turnen, experimentieren, reden oder singen bestimmen sie auch darüber, welche Verschaltungen zwischen den Milliarden Nervenzellen besonders gut gebahnt und stabilisiert werden können - und welche instabil bleiben (aus: "Wie aus Kindern glückliche Erwachsene werden", Hüther, Nitsch, Verlag GU). Wichtig ist, dass Eltern ihrem Kind die Chance geben, ganz unterschiedliche Erfahrungen zu sammeln. 

Babys wollen über sich hinauswachsen
Jedes Baby kommt mit zwei ganz wichtigen Grunderfahrungen auf die Welt: die Erfahrung engster, vertrauter Verbundenheit sowie der Erfahrung, aus der Sicherheit bietenden Verbundenheit heraus immer wieder neu über sich selbst hinauswachsen zu können. Das daraus entstehende Vertrauen bildet die Grundlage für die enorme Offenheit und Lernfähigkeit, Entdeckerfreude und Gestaltungslust, mit der sich alle Kinder auf den Weg machen. Dabei hat jedes Kind sein eigenes Tempo. Es ist wichtig, einem Baby Zeit zu lassen, auf sein individuelles Entwicklungstempa einzugehen, zu spüren, wo es Unterstützung und Anregung braucht.

"Ihr Baby braucht in seinen ersten Lebensmonaten sehr viele Übungseinheiten, um das Leben auszuprobieren", schreibt der Hirnforscher Professor Dr. Gerald Hüther. " Jedes Gucken, Krabbeln, Robben, Fingerlutschen ist Gymnastik für sein Gehirn." Dank seines Übens lernt ein Kind zunehmend anspruchsvollere Bewegungen zu steuern und erste Zusammenhänge und Regeln zu erkennen.

Bewegung in einer Eltern-Kind-Gruppe

Eltern-Kind-Turnen
Seit vielen Jahren beliebt und deshalb auch im Programm vieler Sportvereine. Hier dürfen Kinder ab etwa einem Jahr (sie sollten laufen können) gemeinsam mit Mama, Papa oder Oma turnen. Das bereitet Kindern Freude, weil sie von Natur aus einen ausgeprägten Bewegungsdrang haben. In Bewegung alle Sinne einschalten und mit den Eltern zusammen Spaß haben ist die beste Förderung für eine gesunde Entwicklung der Kleinen. 

Gabriele Leithäuser-Heß ist Übungsleiterin für Eltern-Kind-Turnen in einem Sportverein im oberfränkischen Coburg. Sie erklärt uns warum Eltern-Kind-Turnen so wichtig für eine gesunde Entwicklung ist.
 Eltern-Kind-Turnen
 Foto: Hemera-Thinkstock

Leithhäuser-Heß: Weil Eltern-Kind-Turnen so viele Bereiche umfasst: Die Kleinen lernen zunächst einmal, ihren Körper wahrzunehmen. Ihre Muskulatur wird ganz sanft aufgebuat, sie lernen, was Balance halten bedeutet, wenn sie auf einer Bank entlanglaufen, und Koordination, wenn sie auf einem Bein stehen. Sie bekommen - immer spielerisch - ein Gefühl für Rhythmus, wenn ich die Trommel schlage und dazu spreche.

Bei Singspielen schulen Kinder ihre Wahrnehmung - und in einer Gruppe macht das noch mehr Spaß als zu Hause, da wird ganz nebenbei das Sozialverhalten gefördert. Es ist, um es kurz zu fassen, ein wunderbares ganzheitliches Training für Kinder ab dem Laufalter bis etwa drei Jahre, wenn Mami oder Papi nicht unbedingt mehr dabei sein müssen.

Babyschwimmen

 

Übellauniges Baby im Wasser
 Foto: Hemera-Thinkstock

 

Nach 40 Wochen im Mutterleib sind Babys mit dem Element Wasser vertraut. Babyschwimmen ist deshalb bei Eltern und ihrem Nachwuchs besonders beliebt.

Babyschwimmen bietet Babys ab etwa vier Monaten die Möglichkeit, gemeinsam mit den Eltern in einem wohlig warm temperierten (um die 32 Grad Celsius) Wasserbecken das aus dem Mutterleib vertraute Element Wasser wiederzuentdecken. Dabei stehen der Spaß und die Förderung der Bewegung immer im Vordergrund, keinesfalls geht es hier ums Schwimmenlernen - wie der Name "Babyschwimmen" vermuten lassen könnte (Babys können wegen der anspruchsvollen Arm-Bein-Koordination in diesem Alter noch nicht richtig schwimmen lernen).

Allerdings ist häufig nachgewiesen, dass Kinder, die einen Babyschwimmkurs besucht haben, später schneller und müheloser Schwimmen lernen als andere. Die Eltern erlernen wichtige und vor allem sichere Griffe und Haltetechniken. Sie sehen, wie ihr Baby die große Bewegungsmöglichkeit im Wasser (mit kleinen gymnastischen Übungen) ausnutzt. Durch das gemeinsame Erleben und den intensiven Körperkontakt wird die innige Beziehung zwischen Baby und Eltern gefördert.  

Babyschwimmen ermöglicht Säuglingen eine Fortbewegungsmöglichkeit in einem so frühen Stadium, in dem eine Fortbewegung an Land noch gar nicht möglich wäre. Durch die Dreidimensionalität des Wassers wird dem Baby eine Bewegungsfreiheit geboten, die jedem Säugling an Land verwehrt bleibt.

Babyschwimmen hat somit für die Entwicklung aller Bewegungen eine besondere Bedeutung: Neben der Motorik wird auch die anatomische und organische Entwicklung des Babys positiv beeinflusst. Durch die Eigenschaften des Wassers (Nässe, Kälte, Auftrieb, Widerstand etc.) wird die Wahrnehmungsfähigkeit, die bei manchen Kindern noch im Kindergarten- und Schulalter unzureichend ausgebildet ist, wesentlich verbessert.

 

Wo finde ich einen Kurs für mich und mein Kind?

 

Fragen Sie beim örtlichen Schwimmbad oder Schwimmverein nach, auch die Volkshochschule oder Krankenhäuser bieten "Schwimmen" für Babys und Kleinkinder an.

Unter www.babyschwimmen.de gibt es eine Suchhilfe für Schwimmschulen in der Nähe des eigenen Wohnorts.

Wichtig; Vor Buchung eines Kurses den Kinderarzt konsultieren