05.02.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 01.12
Ab Februar bei Ihrem Apotheker und Kinderarzt erhältlich

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DAS 1. LEBENSJAHR
Fit fürs Leben

Ein stabiles Selbstwertgefühl ist die optimale Basis für das ganze Leben. Lesen Sie, wie Eltern von Anfang an die Weichen für die Entwicklung ihres Babys richtig stellen können

Meine ersten SchritteUnsere Welt wird immer komplexer und anspruchsvoller. Viele Eltern fragen sich deshalb: Wie können wir unserem Kind einen optimalen Start ins Leben verschaffen und es somit bestmöglich auf die Zukunft vorbereiten? Aus der Sicht von Entwicklungs-Experten ist die Antwort leicht. Der Schlüssel zur optimalenn Entwicklung, so die einhellige Empfehlung, liegt in einer frühen Förderung. Entsprechend groß ist das Förder-Angebot schon für die Allerkleinsten. Es reicht vom Babyschwimmen über PEKiP, Massage, Krabbelgruppe, Musikgarten bis hin zu Englisch für Kleinkinder. Mit der Vielfalt des Angebots wächst die Sorge bei den Eltern, sie könnten ihrem Kind wichtige Entwicklungschancen verbauen, wenn sie das Angebot nicht wahrnehmen.

Der Wilhelmshavener Kinderarzt und Buchautor Dr. Rupert Dernick sieht das ganz anders. Auch er plädiert für Förderung, sein Fokus ist dabei allerdings auf die Familie gerichtet. Sein Credo: Fit für den Alltag und damit fürs Leben wird ein Kind in erster Linie im Alltag. Denn, so Dernick: "Wenn Eltern sehr aktiv sind, besuchen sie vielleicht vier Kurse pro Woche. Das sind vier von 168 Stunden in einer Woche. Einen viel größeren Einfluss auf das Kind haben aber die restlichen Stunden, nämlich der normale Alltag." Der erfahrene Mediziner, selbst Vater von drei Töchtern, hat ein Konzept entwickelt, mit dem er Vorschulkinder fit für die Schule machen will. Seine These: Wer sein Kind in ganz normalen Alltagssituationen fördert und fordert, bereitet es am besten für die Schule und das weitere Leben vor. Dazu gehören Aufgaben wie sich morgens selbst anziehen, den Tisch decken, Wäsche sortieren oder Telefonanrufe entgegenhemen.

Auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit bringen die Alltagsaufgaben viel mehr als spezielle Kurse. Empfehlungen wie diese hat der Kinderarzt für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter konzipiert. Kann man sein Förderprinzip auch auf ein Baby übertragen? Wenige Wochen oder Monate alte Kinder können sich schließlich noch nicht selbst anziehen oder Teller und Besteck auf dem Kücvhentisch anordnen. In den ersten Lebensjahren kommt es daher vielmehr auf die positive Einstellung an, die Eltern ihrem Kind vermitteln.

Die Welt steht Kopf"Wichtig ist, an das Kind zu glauben", erklärt Kinderarzt Dr. Rupert Dernick. Von Anfang an sollten sich Eltern darüber im Klaren sein, dass das Baby wach und offen ist und die Verbindung zu Mama und Papa sucht. Jede Handlung kommt bei ihm an, und das Baby antwortet darauf. Zunächst fällt es jungen Eltern oft nicht leicht, die Reaktionen ihres Sprösslings richtig zu deuten. Hat es Hunger? Ist es müde? Will es kuscheln? Dann geht es erst mal darum, die Signale entschlüsseln zu lernen. Doch bei den meisten Eltern spielt sich schnell eine gewisse Routine ein, und sie lernen ihr Kind immer besser in seiner eigenen Persönlichkeit kennen.

Von Anfang an spielt dabei die Zuversicht, die Eltern ihrem Kind gegenüber ausstrahlen, eine zentrale Rolle für dessen Entwickling. Wer sein Baby mit glücklichen Augen ansieht, ihm klarmacht: "Toll, was du schon alles kannst!", macht schon viel richtig. Müssen Babys hingegen allzu oft in besorgte Gesichter sehen, wird sich das auch im Verhalten widerspiegeln. "Wenn wir Sorgen erwarten", ist Dr. Rupert Dernick überzeugt, "werden wir auch Sorgen bekommen." Natürlich darf ein Säugling auch mal eine besorgte Mutter zu Gesicht bekommen - die ist schließlich auch nur ein Mensch. Wichtig ist aber, dass die zuversichtlichen Momente überwiegen. Die Botschaft "Das schaffst du!" vermittelt dem Kind Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

So ieht Buchautor Dernick ein typisches Beispiel für überflüssige elterliche Sorgen im Umgang mit Krankheiten. Symtome wie Durchfall, Husten und Fieber machen vielen Eltern Angst. Beunruhigt harren sie bei ihren Kindern aus und versuchen - oft mit Medikamenten - die Symtome zu bekämpfen. Was viele nicht wissen: Gerade diese Krankheitsanzeichen deuten darauf hin, dass der kleine Körper gegen die eigentliche Krankheit - etwa eine Virusinfektion - ankämpft.. Zum normalen Heilungsprozess gehören Fieber und Husten eben oftmals einfach dazu. Da sollten Eltern sich vielmehr freuen, dass die natürlichen Abwehrreaktionen bei ihrem Baby so gut funktionieren, findet Dr. Rupert Dernick. Und die positive Einstellung bekommt auch das Baby mit sienen viel gepriesenen Antennen mit.

Auch die Angst vieler Eltern, ihr Kind esse und trinke zu wenig, zu viel oder das Falsche, ist in der Regel unbegründet. Kinder sind Individuen. Die einen brauchen mehr, die anderen weniger. Ist ein Kind aufmerksam, aktiv und offen, bekommt es offensichtlich genug - auch wenn das nicht unbedingt den offiziell empfohlenen Tagesrationen entspricht. Erzwingen können Eltern da gar nichts. Wie sagt ein afrikanisches Sprichwort: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Genauso wenig bringt es, bestimmte Fähigkeiten wie das Laufenlernen oder Trockenwerden zu trainieren. Ein Kind lernt laufen, wenn es so weit ist, es wird trocken, wenn es dazu bereit ist. Allerdings sollten Eltern ihr Baby immer aufmerksam beobachten und seine Bedürfnisse wahrnehmen. Zieht ein Kind sich etwa bereits an Möbeln hoch, will es sicher bald schon seine ersten eigenen Schritte machen. Wenn Mama und Papa dann im richtigen Augenblicj eine helfende Hand reichen, ist die Entwicklung des Babys auf dem besten Wege.