
Viele Mütter möchten oder müssen nach einer kurzen Auszeit an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, ihren Nachwuchs aber in guten Händen wissen. Ob Tagesmutter, Kita oder die Oma: Für die Betreuung von Kindern im ersten Lebensjahr gibt es viele Möglichkeiten. Doch wo ist Ihr Baby am besten aufgehoben?
Wer sein Neugeborenes zum ersten Mal in den Armen hält, kann sich meist nicht vorstellen, den kelienen Wurm jemals wieder abzugeben. Und doch werden heute immer mehr Babys und Kleinkinder stundenweise außerhalb der Familie betreut. Die Gründe dafür sind vielfältig, in der Regel liegt es aber daran, dass Mütter schnell wieder in den Beruf zurück wollen oder müssen. Selbst Kinder, die ihren ersten Geburtstag noch nicht gefeiert haben, verbringen heute zuweilen schon Zeit in Krippe, Kita oder bei einer Tagesmutter. Von den Null- bis Dreijährigen werden bereits rund 20 Prozent außer Haus betreut, das sind gut 400 000 Kinder, die ihre Zeit teilweise mit Erzieherin oder Tagesmutter verbringen.
Dabei plagen sich nicht wenige Mütter mit Schuldgefühlen. Wer sein Kind so früh in fremde Hände gibt, gilt in Deutschland noch immer schnell als Rabenmutter. Die gute Nachricht: Eine frühe Fremdbetreuung schadet dem Kind grundsätzlich nicht. Studien haben sogar nachgewiesen, dass Kleinstkinder, die regelmäßig zusammen mit anderen Kindern betreut werden, schneller sprechen lernen, selbstständiger werden und öfter den Sprung aufs Gymnasium schaffen.
Entscheidend für den Erfolg sind jedoch die Qualität der Einrichtung, regelmäßige Abläufe sowie das liebevolle, feinfühlige Verhalten der Eltern zuhause. Denn gerade im ersten Lebensjahr bauen Babys die prägende Bindung zu Mutter unbd Vater auf. Da sollte die Trennung von der wichtigsten Bezugsperson, meist also der Mutter, noch nicht so lange dauern. Die anschließende gemeinsame Zeit verbringen Mütter - oder auch Väter, wenn sie zuhause sind - dann am besten sehr intensiv mit ihrem Kind. "Also nicht mit dem Baby vom Supermarkt zur Bank, dann zur Post, und anschließend noch telefonieren und E-Mails beantworten", bringt es Psychologin Fabienne Becker-Stoll auf den Punkt. Die Leiterin des Münchener Staatsinstitus für Frühpädagogik rät, sich dem in der gemeinsamen Zeit aufmerksam zu widmen, auf seine Signle prompt zu reagieren und ihm viel Körperkontakt zu schenken. Dann können auch schon die Kleinsten von einer Betreuung außer Haus profitieren.


