
Durch Neugier und Lerneifer entwickelt sich das Gehirn eines Babys. Zum Zeitpunkt der Geburt sind lediglich die unbedingt lebensnotwendigen Verschaltungen und Netzwerke in bestimmten Hirnregionen gut ausgebildet. Alles, worauf es ankommt, muß noch hinzugelernt und als neue Erfsahrung im Gehirn abgespeichert werden. Eltern können durch spielerische Anregungen ihr neugieriges Baby täglich ein bisschen mehr fördern.
Bilderbücher anschauen
Schon mit drei Monaten reagieren Babys auf Bücher. Bücher für die Kleinsten gibt es in den verschiedensten Materialien, mal kuschelig weich zum sinnlichen Fühlen und Tasten, mal aus harter Pappe, die auch gerne angeknabbert werden darf. Das Anschauen einfacher Bilder und Farben aus Babys Alltag lassen das kindliche Gehir auf Hochtouren laufen. Außerdem ist es wunderbar, wenn sich die Eltern Zeit nehmen, ihrem Kind mit Hilfe eines Buches die Welt zu erklären. Im Buchfachhandel gibt es eine große Auswahl an Büchern für die ganz Kleinen, oder informieren Sie sich unter www.stiftunglesen.de
Kniereiter und Fingerspiele
Die schon etwas größeren Babys auf dem Schoß reiten zu lassen und dabei zu singen oder mit den Fingern etwas vorzuspielen kommt immer gut an. Es schult Babys Aufmerksamkeit und Körpergefühl und macht beiden Seiten viel Spaß. Empfehlenswert für Eltern zur Anregung und Nachahmung: die DVD von JAKO-O, "Es krabbelt hier und wackelt dort..." - Fantasievolle Fingerspiele und Kniereiter.
Musik machen und lauschen
Musik regt die Aktivität und Fantasie an - von Geburt an. Für Babys ab etwa acht Monaten ist es wunderbar, wenn man an jedes Fußgelenk ein Glöckchen bindet. Wenn bei jeder Strampelbewegung das Glöckchen ertönt, sind die Kleinen hellauf begeistert. (aus: Kinder gezielt fördern" - wichtige Entwicklungsschritte verstehen und Begabung fördern mit mehr als 350 Spielideen; Cornelia Nitsch und Prof. Dr. Gerald Hüther, Gräfe und Unzer Verlag).
Woran unterscheiden sich gute von schlechten Krabbelgruppen?
In einer guten Krabbelgruppe sollte der Altersunterschied der Babys nicht zu groß sein (Miniclub 0 bis 6 Monate und die Rasselbande 1 bis 2 Jahre).
Die Eltern/Mütter sollten hier die Gelegenheit haben, Erfahrungen auszutauschen. Wichtig ist, dass die Kursleiterin für vielfältige Anregungen sorgt und entsprechende Spiele, Lieder und Materialien zur Verfügung stellt.
Wann ist ein Baby alt genug für eine Krabbelgruppe
Jede Mutter muß eigentlich selbst herausfinden, wie ihr Kind auf diese neue Umgebung mit ihren Reizen reagiert und gegebenenfalls noch ein paar Wochen warten. Oder sich lieber erst einmal nur mit einer oder zwei anderen Müttern mit Babys treffen. Gerade in der ersten Zeit mit einem Baby ist das Bedürfnis der Mütter nach Kontakt und Begegnungen groß, für manche Babys ist eine große Gruppe aber noch zu aufregend.
Was passiert in der Krabbelgruppe?
Wir legen großen Wert auf Bewegungsspiele, gemeinsames Singen und Tanzen. Bei den ganz Kleinen geht es im Wesentlichen um Anregungen im Bereich Körperkontakt, Sinneswahrnehmungen und um erste einfache Bewegungsspiele.
Wie regen Sie die Sinnesentwicklung an?
Babys wollen ihre Umwelt erforschen. Wichtig ist, dass alle Sinne angesporchen werden. Melodien, die sich wiederholen, Tänze, Bewegungslieder, Kniereiter, Fingerspiele, aber auch das Ausprobieren von einfachen Musikinstrumenten fördern die geistige und körperliche Entwicklung des Kindes. Das Miteinander der Babys auf der Krabbeldecke und andere Kontaktspiele sind für eine gesunde soziale und emotionale Entwicklung des Kindes wichtig.
Welches Spielzeug braucht ein Kind?
Das erste Spielzeug ist der eigene Körper, es spielt mit Gegenständen wie etwa Bällen, Dosen, Deckeln, Papierrollen, Korken, Luftballons, einem Bratenschlauch gefüllt mit Konfetti (kommt übrigens sehr gut an, ist in einer Minute fertig und kostet fast nichts), einer Plastikflasche mit Glitzerfolie etc. Auch spielt es gerne mit Personen. Es übt in seinem Spiel die Steuerung seine rBewegungen, etwas die Koordination Sehen-Greifen usw. Es macht Erfahrungen mit dem unterschiedlichen Material und behandelt die Gegenstände immer mehr ihrer Funktion entsprechend, irgendwann wird der Ball gerollt oder die Korken in die Dose gesteckt.
Wenn es sich dann fortbewegen kann, erkundet es den Raum, steckt seine Finger in jeden Spalt, hebt Flusen auf, klettert unter Tische und Stühle, auf Polster, es wird mit einem Glöckenstab geklingelt oder auf den Boden geklopft. So erproben Kinder Geschicklichkeit und Kraft. Wir Erwachsene müssen nur den Ball wieder zurückrollen oder uns unter einem Seidentuch verstecken.
Nein! Aber Mutter-Baby-Gruppen unterstützen auf jeden Fall eine gesunde Entwicklung des Kindes. Am wichtigsten jedoch ist im ersten Lebensjahr der beständige Kontakt zu einem Erwachsenen, seine liebevolle Zuwendung, Zeit und Geduld. Generell ist es aber so, dass mangelnde Anreize und Anregungen ein Kind in seiner gesamten Persönlichkeitsentwicklung hemmen. Überforderung ist allerdings genauso schlecht für Kinder. Einseitige Frühförderprogramme, zu viel Spielzeug oder zu viele Anreize überfordern die meisten Kinder. Mit der Konsequenz, dass sie die Lust verlieren und in ihrer Entscheidungs- sowie Konzentrationsfähigkeit gehemmt werden.


