
DAS 1. LEBENSJAHR
Frühe Netzwerke
Was ein Kind fühlt, wie es denkt und handelt, hängt von der Entwicklung seines Gehirns ab.
Schon im Mutterleib bildet das Gehirn eines Fötus grundlegende und wichtige Verschaltungen. Gegen Ende der Schwangerschaft sind verschiedene Sinnesorgane und die dazugehörigen Verschaltungen im Gehirn des Fötus bereits so weit ausgereift, dass er damit seine ersten sinnlichen Wahrnehmungen macht. Erste motorische Bewegungsabläufe haben sich eingespielt, der Fötus reagiert auf Stimmen der Eltern und auf Musik, seine Augen registrieren Lichteinfall. Sein Herzschlag beschleunigt sich, wenn die Mutter Stress oder Ärger verspürt, er beruhigt sich, wenn Mama gelassen und ausgeglichen ist. Die frühen Wahrnehmungen sind die Basis für Verschaltungen im Gehirn und damit die Grundlage für ein Netzwerk an Gehirnzellen, das entscheidend für sein Fühlen, Denken und Handeln wird. Nach der Geburt kommt es daruaf an, weitere Verschaltungen zu ermöglichen, damit das Netzwerk und die Verschaltungen im Gehirn immer enger werden. Wichtige Voraussetzungen dafür sind einerseits enge emotionale Bindungen an die Eltern als wichtigste Bezugspersonen, die dem Baby Sicherheit und Geborgenheit geben. Die Bedeutung der Liebe seines engsten Umfeldes für die Entwicklung des Babys kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wichtig ist auch, dass das Baby seine Netzwerke durch häufige Wiederholungen intensivieren kann. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die volle Lern- und Funktionsfähigkeit des Gehirns, das durch Wiederholungen und Eindrücke vertiefen und speichern lernt. Wichtig ist aber auch, dass das Gehirn nicht erstarrt und eingleisig wird. Es soll schließlich offen für neue Erfahrungen, Erkenntnisse und neues Wissen bleiben. Deshalb kommt es darauf an, dass das familiäre Umfeld außer Sicherheit, Geborgenheit und Zuverlässigkeit Motivation für die kindliche Neugier und eigenen Entdeckergeist bietet. So vertiefen sich einmal gebildete Verschaltungen der Netzwerke, aber es kommen auch immer neue hinzu. Eltern sollten ihr Kind unbedingt in seiner angeborenen Neugier aufs Leben unterstützen und diese so gut es geht fördern. Das wirkt sich auf die Verschaltungen in seinem Gehirn nach neuesten Erkenntnissen positiver aus als ein - wenn auch gut gemeinter - Fördermarathon.
In ihrem ersten Lebensjahr schlafen Kinder sehr viel. Und das ist auch gut so, denn heute weiß man, dass der kleine Mensch sein Leben nicht verschläft, sondern sich während des Schlafes entwickelt. Auch das Gehirn entwickelt sich nämlich im Schlaf, hauptsächlich in der so genannten Traumschlaf-Phase.
Der Schlaf der Babys kann aufgrund der Messungen der Gehirnströme in drei Schlaftypen unterteilt werden: Neben dem Wachzustand unterscheidet man zwischen aktivem Schlaf und dem ruhigen Schlaf. Der dritte Schlaftyp umschreibt ein Übergangsstadium zwischen den beiden Formen. Der aktive Schlaf enspricht dem REM-Schlaf (engl. Rapid Eye Movement) oder Traumschlaf des Erwachsenen, der ruhige Schlaf dem Tiefschlaf. Der Schlaf eines Babys ist charakterisiert durch eiunen raschen Wechsel zwischen ruhigem und aktivem Scvhlaf im Wechsel von jeweils wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Während des aktiiven Schlafs zucken und lächeln Babys, schneiden Grimassen, bewegen ihre Augen und geben Geräusche von sich. Während dieser Phase können sie alles, was sie tagsüber gelernt haben, einordnen und speichern. Während des ruhigen Schlafs sind Babys meist entspannter, und es ist schwieriger, sie aufzuwecken. Während dieser Zeit werden Erinnerungen für später verarbeitet. Schlaf unterstützt und fördert die kognitive Entwicklung. Neu Erlerntes wird besser erinnert, wenn auf den Lernvorgang Schlaf folgt. Im Schlaf werden auch Verhaltensweisen, Gefühle und Wahrnehmungen in den Netzwerken des Gehirns verankert.
So wie der ganze Organismus Energie für seine Entwicklung benötigt, so braucht auch das Gehirn Nahrung. Besonders wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns scheinen langkettige Fettsäuren zu sein, so genannte LC-Pufa (Omega-3-Fettsäuren). Muttermilch enthält diese Fettsäuren automatisch. Wenn Kinder nicht gestillt werden, sollte die Säuglingsmilchnahrung mit LC-Pufa angereichert sein. Auch nach dem Abstillen bzw. mit der Einführung von Folgemilch macht ein zusatz der wichtigen Fettsäure für Babys Gehirn Sinn. Denn im zweiten Lebensjahr macht die Entwicklung des kindlichen Gehirns und Nervensystems noch einmal rasante Fortschritte. Und die positiven Wirkungen sind auch nach dem Säuglingsalter nachgewiesen.
Frühe Verschaltungen
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| Foto: Thinkstock |
Im Schlaf ist das Gehirn besonders aktiv
In ihrem ersten Lebensjahr schlafen Kinder sehr viel. Und das ist auch gut so, denn heute weiß man, dass der kleine Mensch sein Leben nicht verschläft, sondern sich während des Schlafes entwickelt. Auch das Gehirn entwickelt sich nämlich im Schlaf, hauptsächlich in der so genannten Traumschlaf-Phase.
Der Schlaf der Babys kann aufgrund der Messungen der Gehirnströme in drei Schlaftypen unterteilt werden: Neben dem Wachzustand unterscheidet man zwischen aktivem Schlaf und dem ruhigen Schlaf. Der dritte Schlaftyp umschreibt ein Übergangsstadium zwischen den beiden Formen. Der aktive Schlaf enspricht dem REM-Schlaf (engl. Rapid Eye Movement) oder Traumschlaf des Erwachsenen, der ruhige Schlaf dem Tiefschlaf. Der Schlaf eines Babys ist charakterisiert durch eiunen raschen Wechsel zwischen ruhigem und aktivem Scvhlaf im Wechsel von jeweils wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Während des aktiiven Schlafs zucken und lächeln Babys, schneiden Grimassen, bewegen ihre Augen und geben Geräusche von sich. Während dieser Phase können sie alles, was sie tagsüber gelernt haben, einordnen und speichern. Während des ruhigen Schlafs sind Babys meist entspannter, und es ist schwieriger, sie aufzuwecken. Während dieser Zeit werden Erinnerungen für später verarbeitet. Schlaf unterstützt und fördert die kognitive Entwicklung. Neu Erlerntes wird besser erinnert, wenn auf den Lernvorgang Schlaf folgt. Im Schlaf werden auch Verhaltensweisen, Gefühle und Wahrnehmungen in den Netzwerken des Gehirns verankert.
Nahrung fürs Gehirn
So wie der ganze Organismus Energie für seine Entwicklung benötigt, so braucht auch das Gehirn Nahrung. Besonders wichtig für die Entwicklung des kindlichen Gehirns scheinen langkettige Fettsäuren zu sein, so genannte LC-Pufa (Omega-3-Fettsäuren). Muttermilch enthält diese Fettsäuren automatisch. Wenn Kinder nicht gestillt werden, sollte die Säuglingsmilchnahrung mit LC-Pufa angereichert sein. Auch nach dem Abstillen bzw. mit der Einführung von Folgemilch macht ein zusatz der wichtigen Fettsäure für Babys Gehirn Sinn. Denn im zweiten Lebensjahr macht die Entwicklung des kindlichen Gehirns und Nervensystems noch einmal rasante Fortschritte. Und die positiven Wirkungen sind auch nach dem Säuglingsalter nachgewiesen.



