24.05.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
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DAS 1. LEBENSJAHR
Guter Start für empfindliche Babyzähne

Babys erste Zähne sind nicht nur ein echter Hingucker für stolze Eltern - sie markieren gleichzeitig einen Meilenstein in der kindlichen Entwicklung. Und weil sie si wichtig sind, brauchen sie von Anfang an die bestmögliche Pflege. Lesen Sie, was nach Expertenmeinung der Zahnärzte des Deutschen Grünen Kreuzes gut für Babyzähne ist und was ihnen schadet.

Die Freude ist groß, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen. Denn sie markieren einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Kindes. Feste Kost und Teilnahme an den Familienmahlzeiten liegen nun nicht mehr fern. Doch auch in anderer Hinsicht haben die Milchzähne eine enorme Bedeutung: Sie ermöglichen den Kindern, richtig sprechen zu lernen, dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne und verhindern Verformungen und Fehlstellungen im Gebiss. Deshalb gilt: Babys Zähne brauchen von Anfang an die richtige Nahrung und Pflege.

Zahngesunde Ernährung
Stillen fördert durch das Saugen die Ausbildung des Kiefers und trainiert die Kiefermuskulatur. Außerdem versorgt die Muttermilch Babys Zähne mit Nährstoffen, die sie für ihr Wachstum brauchen. Da Muttermilch allein aber nicht ausreichend Vitamin D aufweist, dient die tägliche Gabe von Vitamin D der Vorbeugung von Rechitis und nimmt über den Calciumhaushalt auch Einfluss auf die Zahnsubstanz. Diese Empfehlung gilt auch für
Fläschchenkinder. Eine zusätzliche Zufuhr von Fluriden zur Kariesprophylaxe ist vor dem ersten Zahndurchbruch, der in der Regel im 6. Lebensmonat stattfindet, nicht notwendig. Danach ist eine zusätzliche Gabe abhängig vom Fluoridgehalt des Trinkwassers und anderer Fluoridquellen in der Nahrung. Empfehlenswert ist zum Beispiel die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz im Haushalt. Die Frage der "Fluoridstrategie" sollte für jedes Kind individuell mit dem Zahnarzt besprochen werden. Im zweiten Lebenshalbjahr wird die Milchnahrung schrittweise durch Beikost abgelöst. Gemäß den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund wird zwischen dem fünften und siebten Monat zunächst der Gemüse-Kartoffel-Fleich-Brei, vier Wochen später der Vollmilch-Getreide-Brei und wieder einen Monat danach der Getreide-Obst-Brei eingeführt. Spätestens ab dem ersten Geburtstag kann der Nachwuchs dann seinen Platz am Familientisch einnehmen und auch die Familienmahlzeiten mitessen. Spezielle Kinderlebensmittel, Babygläschen oder -breie sind nicht mehr nötig. Im Gegenteil: Zu viel breiige Kost kann einer altersgemäßen Entwicklung des Kauapparates schaden.

Karies vorbeugen

Auch Babys können schon Karies bekommen. Die wichtigste Maßnahme zum Schutz der weichen Kinderzähne ist es, die Besiedelung der Mundhöhle mit karieserzeugenden Mikroorganismen zu verhindern. Eine Anstekcung mit Kariesbakterien erfolgt im Wesentlichen durch Eltern, Verwandte und andere Kinder durch wiederholte Speichelkontakte. Hier gilt es wachsam zu sein und möglichst keine Löffel, Schnuller, Sauger oder andere Gegenstände in den Mund zu nehmen und dann dem Kind zu geben. Außerdem spielt die Zahngesundheit der Bezugspersonenen eine wichtige Rolle: Je gesünder die eigenen Zähne sind, desto geringer ist die Übertragungsgefahr. Die zweite Regel lautet: Kein Zucker im ersten Lebensjahr! Je später Kinder mit Zucker in Kontakt kommen, desto besser für ihre (Zahn-) Gesundheit. Da die Kleinen ja zunächst keinen Zucker und keine süßen Speisen oder Getränke kennen - ist das gar nicht so schwer umzusetzen.

Gefahr durch Dauernuckeln

Eine große  für Babyzähne ist das Dauernuckeln an der Flasche. Nuceklflaschen sind daher nur zum kurzzeitigen Trinken geeignet, das heißt für die Dauer der Mahlzeit, nicht aber zur "Selbstbedienung" oder für die Nacht. Denn beständiges Umspülen der Zähne mit Flüssigkeit setzt die körpereigene Reparatur mit Hilfe des Speichels außer Kraft. Besonders gefährlich sind alle süßen oder säurhaltigen Getränke wie zum Beispiel süßer Tee oder Eistee, Fruchtsäfte oder Erfrischungsgetränke. Sie haben in der Ernährung von Säuglingen - und besonders in der Trinkflasche - nichts zu suchen. Stattdessen sollen die Kinder ungesüßte Tees oder Wasser bekommen und bereits am Ende des ersten Lebensjahres lernen, aus einem Becher oder einer richtigen Tasse (nicht aus der Schnabeltasse) zu trinken.

Zahnpflege von Anfang an

Sobald die ersten Milchzähne durchgebrochen sind, beginnt auch ihre Pflege. Einmal am Tag sollten die Eltern die Zähnchen mit einer kleinen, weichen Kinderzahnbürste und einem erbsengroßen Klecks fluoridhaltiger Kinderzahnpaste (0,05 % Fluorid) reinigen. Diesen Zeitpunkt sollte man auch zum Anlass für einen ersten Besuch beim Zahnarzt nehmen. Zum einen kann der Zahnarzt sich so von Anfang an einen Überblick über die Zahnentwicklung verschaffen. Und er kann den Eltern auch zeigen, wie sie die Zähne ihres Babys am besten reinigen und pflegen. Lassen Sie sich die KAI-Methode, die von allen Zahnärzten empfohlen wird, also von einem Experten zeigen. In so entspannter Atmosphäre entwickelt sich am ehesten eine angstfreie Beziehung zwischen Zahnarzt und dem Kind.