
Wennn Babys weinen, kann das viele Ursachen haben. Wichtig ist aber immer, dass Mama oder Papa schnell reagieren. Denn Trost und Geborgenheit stärken das kindliche Vertrauen
Seit mein Sohn die ersten Wörter sprechen kann, ist vieles leichter geworden. Wenn er nach "Eitar" verlangt, seinem Kuschel-Eisbären, weiß ich, dass er Trost braucht, weil er vielleicht müde ist oder sich weh getan hat. Als er erst wenige Wochen alt war, fiel es mir manchmal schwer zu erkennen, warum er weinte. Es ist nämlich nicht immer elicht, ein Baby zu verstehen. In den ersten Monaten können Säuglinge sich nur sehr undifferenziert äußern, sprich: Wenn ihnen etwas fehlt, schreien sie, egal, ob sie nun der Hunger plagt, ob sie müde sind oder sich einsam fühlen. Für Eltern bedeutet das - besonders in der ersten Zeit - manchmal geradezu ein verzweifeltes Rätselraten. Probieren geht dabei über studieren, und nach wenigen Monaten können Mütter und Väter die Signale ihres Nachwuchses meist sicher deuten - und richtig reagieren. Wichtig dabei ist, im ersten Lebensjahr möglichst sofort auf das Schreien des Babys einzugehen´. Dabie sollte niemand Angast haben, sein Kleines zu verwöhnen: Babys sind nicht berechnend. Wenn Sie schreien, wird ein wichtiges Bedürfnis nicht erfüllt. Psychologin Dr. Fabienne Becker-Stoll ist Leiterin des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München und hat sich intensiv mit dem Bindungsverhalten von Babys beschäftigt. Aus ihrer Erfahrung weiß sie: "Eltern, die auf jeden kleinen Muckser sofort reagieren, also immer sofort springen, bevor das Kind weint, haben Kinder, die viel weniger weinen."
Aber wie können Eltern ihr Baby am besten trösten? Dr. Fabienne Becker-Stoll rät: "Meistens brauchen die Kinder Körperkontakt, wenn sie aufwachen, müde werden oder sich unwohl fühlen, weil sie Bauchweh, Durst oder Hunger haben." Normalerweise reagieren Eltern instinktiv richtig auf das Weinen ihres Kindes, indem sie es hochnehmen, sanft hin- und herwiegen und leise zu ihm sprechen. Säuglinge sind schließlich gerade erst dabei, sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs zu gewöhnen, wo sie, im Fruchtwasser sanft schaukelnd, ständige Nähe zur Mutter und vertraute Geräusche genossen haben. Babys brauchen diese Sicherheit, diese ständigen Wiederholungen, etwas, worauf sie sich verlassen können.
Es ist daher ratsam, auch beim Trösten Rituale einzuführen. Eltern finden dabei meist schnell heraus, was bei ihrem Sprössling wirkt und was nicht. Halten Sie Ihr Baby zum Beispiel immer auf die gleiche Art und Weise im Arm. Dann lernt es schneller, sich in dieser Position zu beruhigen. Babys, die unter Bauchschmerzen leiden, fühlen sich oft im sogenannten Fliegergriff wohl: mit dem Bauch auf dem Unterarm von Mama oder Papa liegend, das Köpfchen im elterlichen Ellbogen abgestützt.#Eine jahrhundertalte Tradition ist, weindenden Babys etwas vorzusingen. Dabei kommt es nicht darauf an, dass Sie immer den richtigen Ton treffen. Ihr Baby freut sich, Ihre Stimme zu hören und genießt die einfache Melodie eines Kinderliedes. Darüber hinaus mögen viele Säuglinge vertraute Gegenstände in ihrer Umgebung: ein T-Shirt, das nach Ihnen riecht, eine Spieluhr, die Sie ihm vielleicht schon in der Schwangerschaft vorgespielt haben, oder einen Schnuller. Dieser befriedigt das Saugbedürfnis, mit dem alle Babys auf die Welt kommen.
Sobald die Kleinen mobiler werden, ändern sich auch ihre Sorgen und Nöte. Denn nicht immer klappt alles so, wie ein Baby das gern hätte. Oft hört ein neugieriger Entdecker das Wort "Nein", wenn er zum Beispiel gern die Steckdose oder Omas teure Porzellanfiguren untersuchen würde. Fließen dann die Tränen, hilft am besten Ablenkung. Bieten Sie Ihrem Kind eine Alternative an, oder bringen Sie es woanders hin, zum Beispiel in ein anderes Zimmer. Meist ist der Kummer schnell vergessen. Anders sieht es aus, wenn ein tapsiges Baby seine ersten Gehversuche macht: Fällt es dabei auf die Nase oder stößt es sich an der Tischkante, sollten Sie den Schmerz ernst nehmen und darauf liebevoll eingehen. Trösten können Sie Ihr Baby mit einer Methode, die schon unsere Großmütter kannten: Nehmen Sie es in den Arm und pusten Sie den Schmerz einfach weg. So werden Babys Tränen ganz bestimmt schnell wieder trocknen.


