25.05.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
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DAS 1. LEBENSJAHR
Aller Anfang ist schwer

Das Baby ist da und die Freude groß. Doch leider führen Schlafentzug und geänderte Lebensumstände häufig auch zu Stress. Die neue Familiensituation kann die Papas schnell überfordern. Hier sind Lösungsmöglichkeiten für die häufigsten Probleme am Anfang des neuen Familienlebens

Vater + Baby innig 
 Foto: Hannes Eichinger-Fotolia.com
"Die erste Zeit nach der Geburt war sehr anstrengend, vor allem weil meine Tochter furchtbar viel geweint hat. Ich wusste anfangs nie, warum die Kleine schreit", erzählt Frank M. (36), Vater der ejtzt einjährigen Gianna. Heute ist der Ingenieur aus Hamburg froh, dass diese schwierige Zeit nach der Geburt vorbei ist und er Giannas Wünsche, Bedürfnisse und Reaktionen inzwischen gut kennt. So wie Frank M. geht es den meisten Vätern. Sie lassen sich von der Geburt mehr oder weniger unvorbereitet überraschen. Und nach der erstne überschwänglichen Freude müssen sie feststellen, dass das neue Familienmitglied den gewohnten Alltag komplett über den Haufen wirft. Doch sich als Vater zurückzuziehen und vielleicht länger im Büro zu bleiben, ist keine gute Idee. "Das Kind braucht den Vater - und zwar vom ersten Tag an", sagt Peter Thiel, Familientherapeut bei der Männerberatung Berlin. Damit Väter es ein bisschen leichter haben, ihre neue Rolle anzunehmen, hier die häufigsten Probleme, wenn das Baby geboren ist - und wie man(n) sie umgeht.

Das Problem: Schlaflosigkeit
Ein Hauptproblem für Papas nach der Geburt: Schlafmangel. die meisten Babys wachen mehrmals in der Nacht auf und schreien. Der Vater will aber am nächsten Morgen nicht todmüde im Büro erscheinen.

Die Lösung: Die Arbeit einteilen. Am besten nach der Geburt des Babys ein paar Tage Urlaub nehmen. Dann gilt: offen reden. Thiel: "Der Mann sollte bei wichtigen Terminen im Job darum bitten, die Nacht mal in einem anderen Zimmer zu verbringen. Gleichzeitig sollte er anbieten, am Wochenende eine Nachtschicht zu übernehmen." Das klappt auch bei stillenden Müttern, denn Milch lässt sich abpumpen und im Kühlschrank aufbewahren.

Das Problem: Vater außen vor?
Die Partnerin kümmert sich nur noch um das Baby. "Die Mutter und das Kind bilden eine traute Einheit. Männer sind Machertypen. Nun sitzen sie oft daneben und wissen nicht, was sie tun sollen", weiß Thiel.

Die Lösung: Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie als Papa aktiver werden können. Besonders schön sind Rituale. Beispiel: Der Vater könnte morgens das Kind waschen und wickeln.

Das Problem: Keine Freizeit mehr?
Mal zum Fitnesstraining gehen oder sich mit Freunden treffen? Oft ist die Partnerin sauer und der Mann bleibt zuhause, um Streit zu vermeiden. Doch Frust macht sich breit.

Die Lösung: Nicht alle Hobbys aufgeben. Sonst stehen Sie allein da, wenn Sie nach zwei Jahren wieder auftauchen. Wichtig: der Partnerin genauso viele Freiräume geben. Absprachen und ein Wochenplan helfen.

Das Problem: No sex
Die Geburt war anstrengend. Das Stillen erschöpft. Kein Wunder, dass die Frau abends nur noch todmüde ins Bett fällt.

Die Lösung: Miteinander über die eigenen Wünsche reden. Nehmen Sie sich gezielt Zeit füreinander. Beispiel: sich abends zur Massage verabreden. So kommt man sich wieder näher.

Das Problem: Weniger Geld
Früher haben beide gearbeitet. Nun fällt ein Einkommen weg. Vielen Vätern wird mulmig bei dem Gedanken, jetzt allein die Familie ernähren zu müssen.

Die Lösung: Einen Finanzplan erstellen. Schreiben Sie alle Einnahmen und Ausgaben auf. Informieren Sie sich auch über staatliche Förderungen wie Erziehungsgeld und Wohngeld. Nach dem "Kassensturz" stellt man häufig beruhigt fest: Das Geld reicht doch. Wer sparen will oder muss: ein Haushaltsbuch führen.

Das Problem: Depressive Mutter
Von Tag zu Tag ist die Frau niedergeschlagener. Wissenschaftler kennen dieses Phänomen: Wochenbettdepression, meist verursacht durch die Hormonumstellung. Auch möglich: Die Frau ist von der Entbindung noch erschöpft oder frustriert, weil es mit dem Baby nicht so klappt.

Die Lösung: Es hilft enorm, sich die Sorgen des Alltags von der Seele zu reden. Hören Sie Ihrer Frau aufmerksam zu, wenn sie erzählt. Besonders wichtig: Würdigen Sie, was sie leistet! Thiel: "Sagen Sie niemals, dass Ihre Arbeit wichtiger sei als die Hausarbeit Ihrer Frau!"