
Der erste Anfang trügt: Babys Haut wirkt prall und robust, ist aber, und das spüren Mütter schon bei der ersten Berührung ihres Säuglings, ganz zart und weich. Es ist allerdings keinesfalls ein Überschuss an Feuchtigkeit oder Fett, der die Babyhaut so zart und geschmeidig macht. Im Gegenteil. Babys Haut ist als größtes Organ des Körpers auch nach neun Monaten Schwangerschaft nicht voll ausgebildet bzw. ausgereift. Noch fehlt ihr die dicke Hornschicht, die den Körper später vor äußeren Einflüssen schützen wird. Und auch der wichtige hauteigene Säureschutz entwickelt sich erst erst im Laufe des Kleinkindalters. Deshalb trocknet Babyhaut so schnell aus, wenn sie nach der Geburt die schützende Käseschmiere verloren hat. Und deshalb ist sie so anfällig für Irritationen, allergische Reaktionen und Infektionen. Hier sind die wichtigsten Fakten zum Thema Pflege - damit Babys Haut gesund und so glatt wie ein frischer Pfirsich bleibt!
Bei der Babypflege sind sich alle ganz nah
Eine Hebamme ist vor der Entbindung schon eine Vertrauensperson für die werdende Mutter. Nach der Geburt wird sie zur wichtigsten Beraterin in allen Fragen, die die frühkindliche Entwicklung und speziell die Babypflege betreffen. Mit ihrer Kompetenz und Erfahrung vermitteln Hebammen die Sicherheit, das Richtig für den neuen Erdenbürger zu tun. Eine von ihnen, Daniela Lauer aus Rauschenberg, die seit fünf Jahren als Hebamme im DRK Krankenhaus in Biedenkopf arbeitet, hat uns ihre wichtigsten Tipps für die ideale Babypflege verraten.
Frau Lauer, wie wichtig ist der Hautkontakt bei der Babypflege?
Die Geister scheiden sich immer wieder am Thema Baden. Ab wann, wie oft, wie lange und worin dürfen Babys baden - was empfehlen Sie hier?
Daniela Lauer: Baden ist ein schönes Ritual vor dem Zubettgehen. Etwa alle drei Tage ist in Ordnung. Allerdings erst, wenn die Nabelschnur richtig abgeheilt ist und natürlich nicht stundenlang. Fünf bis zehn Minuten reichen. Am besten eignet sich ein gut rückfettendes Badeöl. Dann brauchen die Kleinen meist nicht mehr eingecremt zu werden.
Was ist bei der Babypflege grundsätzlich zu beachten?
Daniela Lauer: Man muß berücksichtigen, dass die Haut des Babys noch sehr dünn ist, und zwar fünfmal dünner als bei Erwachsenen. Die Lederhaut zwischen Ober- und Unterhaut ist noch nicht voll ausgebildet. Zudem sind die Talgdrüsen noch nicht aktiv, das macht die Haut grundsätzlich eher trocken. Die Hautoberfläche nimmt außerdem bei Babys im Vergleich zum Körpergewicht eine deutlich größere Fläche ein als bei Erwachsenen. Z_um einen verlieren Babys darüber mehr Feuchtigkeit, zum anderen ist die Haut anfälliger für Schadstoffe. Für die Babypflege eignen sich deshalb nur sanfte, möglichst natürliche Produkte.
Wäre es da nicht besser, ganz auf Pflegeprodukte zu verzichten und nur Wasser zu nehmen?
Daniela Lauer: Nein, denn Wasser lässt die Haut aufquellen und trocknet sie aus. Milde, rückfettende Produkte wirken dem entgegen. Für die Po-Reinigung zum Beispiel sind ein paar Tropfen Öl auf einem weichen Tuch prima. Das macht sauber und pflegt zugleich.
Und wenn mein Kind ganz empfindliche Haut hat oder allergiegefährdet ist?
Daniela Lauer: Dann ist es ratsam, daruaf zu achten, dass die Babypflege gar kene Konservierungs- und Farbstoffe, Parfüme oder ätherischen Öle enthält. Von diesen ist bekannt, dass sie Allergien auslösen können. Stattdessen möglichst natürliche Produkte mit nur wenigen Inhaltsstoffen wählen. Je weniger drin st, desto geringer ist auch das Risiko, dass das Baby die Plege nicht verträgt.


