05.02.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 01.12
Ab Februar bei Ihrem Apotheker und Kinderarzt erhältlich

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DAS 1. LEBENSJAHR
So unterstützen Sie Babys motorische Entwicklung
So können Eltern ihre Jüngsten gezielt anregen
 
PEKiP-Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie bieten Eltern eine wichtige Hilfestellung bei der Förderung der gesunden motorischen Entwicklung ihres Babys im aufregenden ersten Lebensjahr. Für all diejenigen Eltern, die keinen PEKiP-Kurs besuchen (oder die keinen der begehrten Plätze ergattern) können, geben wir auf diesen Seiten einige Tipps, mit denen Sie den Nachwuchs auch zuuhause fördern können.

Wichtig für die motorische Entwicklung ist, dass das Baby sich ungehindert und frei bewegen kann. Man muss also Platz schaffen. Am besten liegt der Nachwuchs, der bewegt werden will, auf einer Krabbeldecke auf dem Fußboden oder im Laufställchen (Laufställchen nur in späteren Monaten nicht mehr als Daueraufenthaltsort nutzen, es schränkt den Bewegungsdrang des Babys ein). Wenn Sie einen der so genannten Babytrainer einsetzen, sollten Sie ihn nur direkt über Babys Körper platzieren, sondern auch etwas seitlich versetzt. Dann ist das baby eher bereit, sich zu bewegen und schließlich vom Rücken auf den Bauch und umgekehrt zu drehen. Wichtig ist, dass der Sprössling nicht durch Kleidung eingeengt wird. "Ein wenige Monate altes Kind kann sich in einem weichen strampler am besten bewegen", meint PEKiP-Kursleiterin Andrea Herl. Sie rät auch, das Baby zwischendurch nackt spielen zu lassen, vorausgesetzt, der Raum ist warm genug. "Meist bewegen sich dann die Babys noch mehr und haben große Freude daran."

Auf Krabbel-Kurs
Laut gängigen Entwicklungstabellen beginnen Babys mit etwa sieben Monaten zu robben. Etwa zwei Monate später fangen sie an zu krabbeln. Doch nicht nur, dass beides früher oder auch später beginnen kann, es kann auch sein, dass ein Baby gar nicht robbt und krabbelt und damit einen Entwicklungsschritt einfach auslässt. "Krabbeln kann die Koordinationsfähigkeit für das gesamte weitere Leben positiv prägen", sagt Annette Watzlawek, Physiotherapeutin mit eigener Praxis in Coburg. Sie plädiert dafür, dem Baby möglichst viele Bewegungsanregungen zu geben, damit es Interesse am Krabbeln entwickelt. Dennoch kann Watzlawek aus 25-jähriger Erfahrung im Umgang mit Kindern auch sagen: "Eltern müssen sich keine Sorgen machen, wenn ihr Nachwuchs partout nicht krabbeln will. Auch unter den kleinen 'Poporutschern' sind viele, die ihr Abitur mit Numerus-clausus-Notendurchschnitt geschaftt haben." Wenn ihr Sprössling also absolut nicht "auf Arme und Beine diagonal im Wechsel bewegen" programmiert ist, ist das seine ganz individuelle Entwicklung.

So fördern Sie den Krabbel-Drang
Die folgende PEKiP-Spielanregung kann in jedem Fall den Bewegungsdrang positiv unterstützen: Setzen Sie sich mit gestreckten Beinen auf den Boden und legen Ihr Baby quer auf Ihre Oberschenkel. Eine Ihrer Hände auf Babys Po gibt ihm Halt. Ihr Baby stützt sicvh mit den Händen auf dem Boden ab. Bequem auf Mamas Beinen findet es Gefallen an der Bauchlage. Legen Sie ein Spielzeug vor ihr Kind auf den Boden: Um mit einer Hand danach zu greifen, stützt es sich mit der anderen ab.

Mut zur Bauchlage
Als Schlafposition wird vor der Bauchlage gewarnt, aber als Vorbereitung auf die Krabbelphase ist es förderlich, wenn man das wache Baby in Bauchlage öfter mal auf die Krabbeldecke legt. In den ersten Monaten fällt es jedem Baby schwer, das Köpfchen hochzuhalten. Hier gibt ein Spiel mit Mama oder Papa den idealen Anreiz. Legen Sie sich mit dem Gesicht zu Ihrem Kind ebenfalls auf den Bauch. Sprechen Sie mit ihm, zeigen Sie ihm ein kleines Spielzeug, ziehen Sie lustige Grimassen. Ihr Baby wird begeistert sein und nebenbei seine Muaskulatur trainieren.

So unterstützen Sie Babys motorische Entwicklung - Die Tipps von Andrea Herl können Ihnen helfen, die motorische Entwicklung Ihres Babys zu unterstützen. Andrea Herl ist zertifizierte PEKiP-Kursleiterin im Kreis Bamberg und selbst Mutter zweier Töchter

Nehmen Sie Ihr Baby richtig auf: Wenn Sie Ihr Baby im Schalengriff aufnehmen (Baby seitlich am Rumpf festhalten, Daumen liegen dabei am Brustkorb, die übrigen Finger leicht gespreizt am Rücken des Babys), achten Sie darauf, dass Sie es nicht immer nur über die gleiche Seite hochnehmen, sondern immer auch abwechseln, mal leicht nach links gedreht, mal nach rechts. das Baby arbeitet aufgrund des Schalengriffs aktiv mit. Dadurch wird seine Muskulatur gestärkt.

 

Schaukeln fördert die Balance: Schaukeln Sie das Baby im Schalengriff auf Augenhöhe ganz langsam hin und her. Dabei muß es Körperspannung aufbauen.

Nicht zu früh hinsetzen: Setzen Sie Ihr Baby nicht zu früh hin. Erst wenn es sich selbstständig hinsetzt (z.B. aus der Krabbelposition heraus) und sich aus der Sitzhaltung wieder selbst befreien kann, isst Babys Körper reif zum Sitzen.

Motivieren Sie Ihr Kind: Gehen Sie in Interaktion mit ihrem Baby, sprechen Sie mit ihm, lächeln Sie es an, zeigen Sie Ihrem Baby, dass Sie sich freuen über seine Bewegungen und über das neu Erlernte. Das regt nicht nur zu neuen Bewegungen an, sondern stärkt aucgh die Beziehung zwischen Eltern und Baby.

Überfordern Sie Ihr Kind nicht: Viele Babys haben schon viel zu viel Spielzeug. Achten Sie daruaf, dass Ihr Baby sich auf ein Spielzeug konzentrieren kann. Beobachten Sie es, wie lange es sich damit beschäftigen möchte. Geben Sie Ihrem Baby auch die Möglichkeit, zwischendurch zu entspannen, das fördert Konzentration und Bewegungsdrang.

Wiederholen macht schlau: Geben Sie Ihrem Baby die Möglichkeit, das Gelernte und Gewohnte zu wiederholen, nur so kann sich etwas im Gehirn "festsetzen".

Erwecken Sie Babys Aufmerksamkeit: Wenn Sie spüren, dass Ihr Baby eine Bewegungsanregung nicht mag, machen Sie nicht weiter. Ihr Baby soll mit Freude bei der Sache sein. Versuchen Sie es zu einem anderen Zeitpunkt einfach noch einmal.

Schaffen Sie eine kindersichere Wohnung: Ganz ohne kleine Stürze kommt kein Baby durch diese bewegte Zeit - doch bedenken Sie, die Sicherheit Ihres Kindes ist oberstes Gebot. Treppen, Elektrogeräte, Chemikalien und Medikamente müssen gesichert seinn, damit die kleinen Entdecker nicht zu Schaden kommen.

Buchtipp 1
Jedes Baby ist anders: Beachten Sie bitte bei allen Angaben zur Entwicklung in Tabellen, dass es sich lediglich um Richtwerte handelt. Abweichungen sind ganz normal. "Jedes Baby ist etwas Besonderes", erklöärt Erziehungswissenschaftler Wolfgang Bergmann in seinem neuesten Buch ("Halt mich fest, dann werd' ich stark", Verlag Pattloch). Wenn Sie dennoch unsicher sind, fragen Sie dne Kinderarzt um Rat.

Buchtipp 2
Seit über 30 Jahren bereiten die Spiele des Prager Eltern-Kind-Programms (PEKiP) Eltern und Kindern Freude. Den Grundstein für das PEKiP-Konzept legte der Psychologe Dr. Jaroslav Koch, der am Institut für Mutter und Kind in Prag erforschte, dass Babys nackt mehr Spaß am Bewegen haben. Das Programm bietet Bewegungsanregungen für das erste Lebensjahr, die alleine zuhause oder in der Gruppe durchgeführt werden können. Mehr Infos und Übungsanleitungen finden Sie im Ratgeber von Anne Pulkkinen, PEKiP: Babys spielerisch fördern, Verlag Gräfe und Unzer, oder unter
www.pekip.de