20.06.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
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DAS 1. LEBENSJAHR
Pflegetipps

Pflegetipps aus erster Hand
Streichelzarte Schmusestunden

Hebammmen sind für werdende und junge Mütter wichtige Vertrauenspersonen und Ratgeber in allen Fragen rund ums Baby. Ihre Erfahrung und Kompetenz vermitteln die Sicherheit, das Richtige für den neuen Erdenbürger zu tun. Viele Fragen drehen sich dabei immer wieder um die Pflege der zarten Babyhaut. Wir haben deshalb mit Daniela Lauer aus Rauschenberg (Kreis Marburg-Biedenkopf) gesprochen, die seit fünf Jahren als Hebamme im DRK Krankenhaus in Biedenkopf arbeitet. Sie half schon über 400 Babys auf die Welt, betreut die Mütter während der Schwangerschaft und darüber hinaus nach der Entbindung zu Hause. Lauer ist Mutter einer 18 Monate alten Tochter. Sie hat uns ihre wichtigsten Tipps für die ideale Babypflege verraten. 

Frau Lauer, was ist bei der Babypflege grundsätzlich zu beachten?
Lauer: Unbedingt zu bedenken ist, dass die Haut des Babys noch sehr dünn ist, und zwar fünfmal dünner als bei Erwachsenen. Die Lederhaut zwischen Ober- und Unterhaut ist noch nicht voll ausgebildet. Zudem sind die Talgdrüsen noch nicht aktiv, das macht die Haut grundsätzlich ehr trocken. Die Hautoberfläche nimmt außerdem bei Babys im Vergleich zum Körpergewicht eine deutlich größere Fläche ein als bei Erwachsenen. Zum einen verlieren Babys darüber mehr Feuchtigkeit, zum anderen ist die Haut anfälliger für Schadstoffe. Für die Babypflege eignen sich deshalb nur sanfte, möglichst natürliche Produkte .

Wäre es da nicht besser, ganz auf Pflegeprodukte zu verzichten und nur Wasser zu nehmen? 
Lauer: Nein, denn Wasser lässt die Haut aufquellen und trocknet sie aus. Milde, rückfettende Produkte wirken dem entgegen. Für die Po-Reinigung zum Beispiel sind ein paar Tropfen Öl auf einem weichen Tuch prima. Das macht sauber und pflegt zugleich.

Und wenn mein Kind ganz empfindliche Haut hat oder allergiegefährdet ist?
Lauer: Dann ist es ratsam, dartuaf zu achten, dass die Babypflege gar keine Konservierungs- und Farbstoffe, Parfüme oder ätherische Öle enthält. Von diesen ist bekannt, dass sie Allergien auslösen können. Stattdessen möglichst natürliche Produkte mit nur wenigen Inhaltsstoffen wählen. Je weniger drin ist, desto geringer ist auch das Risiko, dass das Baby die Pflege nicht verträgt.

Das Baby kommt nach Hause, die Wickelkommode steht bereit. Welche Pflegeprodukte braucht das Baby, welche sind überflüssig?

Lauer: Ich empfehle eine gute Wundschutzcreme umit Panthenol, Reinigungstücher, ein Waschgel und ein Massageöl. Für die Gesichts- und Körperpflege außerdem eine Creme, Lotion oder Milk, je nachdem, was die Mutter am liebsten verwendet. Unnötig ist dagegen Puder. Es verstopft die Poren.

Wie oft darf man Babys überhaupt eincremen?
Lauer: Ein- bis zweimal am Tag ist kein Problem. Auf jeden Fall nach dem Waschen. Die Kleinen fühlen sich besonders wohl, wenn sie danach eine Massage mit einem Babyöl erhalten, Eincremen ist besonders wichtig, bevor es nach draußen geht - vor allem wenn es kalt ist. Dafür eignen sich Wind- und Wetter-Cremes mit einem hohen Fettgehalt. Das Fett verhindert, dass die Creme auf der Haut gefriert und bietet einen guten Kälteschutz.

Die Geister scheiden sich immer wieder am Thema Baden. Ab wann, wie oft, wie lange und worin dürfen Babys baden - was empfehlen Sie hier?
Lauer: Baden ist ein schönes Ritual vor dem zubettgehen. Etwas alle drei Tage ist in Ordnung. Allerdings erst, wenn die Nabelshcnur richtig abgeheilt ist und natürlich nicht stundenlang. Fünf bis zehn Minuten reichen. Am besten eignet sich ein gut rückfettendes Badeöl. Dann brauchen die Kleinen meist nicht mehr eingecremt werden.

Wie wichtig ist der Hautkontakt bei der Babypflege?
Lauer: Sehr wichtig! Für die Babys ist Hautkontakt gerade in den ersten Wochen das wichtigste Sineserlebnis Darüber erfährt es Geborgenheit und Liebe. Das hilft, Vertrauen aufzubauen. Die Eltern wiederum lernen ihr Kind besser kennen, was es mag, worauf es reagiert. Bei der Babypflege sind sich alle ganz nah, es wird gestreichelt und verwöhnt. Das sind also ganz wunderbare Gelegenheiten für Schmusestunden.