05.02.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 01.12
Ab Februar bei Ihrem Apotheker und Kinderarzt erhältlich

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DAS 1. LEBENSJAHR
Vorsorge

Das neue Hörscreening
Im Schlaf wichtige Erkenntnisse gewinnen

Professor Dr. Jan Maurer, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung des katholischen Klinikums Marienhof in Koblenz, gehört zu den Vorreitern des neuen Testverfahrens. Gemeinsam mit seinem Team führt er schon seit langem Hörsyreenings bei den kleinsten durch und erklärt, warum die frühzeitige  Festsellung von Hörschäden so wichtig ist: "Die Untersuchung ist daher so wichtig, weil sich die Hörbahn von Geburt an entwickelt und Verschaltungen von Nervenzellen mit den höheren Hirnzentren gebildet werden. Wenn der Reiz der Hörempfindung fehlt, werden diese Hörbahnen nicht richtig entwickelt und das Kind hört nicht nur schlecht - es kann dadurch bedingt auch nicht richtig sprechen lernen. Ein Großteil der intellektuellen, persönlichen und emotionalen Entwicklung der Kinder hängt von einem funktionierenden Gehör ab." Für die Diagnose der Hörfähigkeit werden zwei unterschiedliche Verfahren angewendet: die Messung otoakustischer Emissionen oder die Hirnstammaudiometrie. Der Experte betont, dass die Durchführung für das Kind weder unangenehm noch mit Risiken verbunden ist. Üblicherweise werden die Untersuchungen beim schlafenden Baby durchgeführt, da es dann kaum Nebengeräusche erzeugt. Mit Hilfe einer kleinen Sonde werden beim ersten Verfahren kurze Klickgeräusche in den Gehörgang geschickt, die - wenn sie ihr "Ziel" erreichen - eine Art Echo verursachen. Diese rückkehrenden Schallwellen werden wiederum durchh ein an der Sonde angebrachtes, winziges Mikrofon aufgenommen, und der Computer erkennt anhand der Stärke dieses "Echos", ob das Kind hört. Das zweite Verfahren, die Hirnstammaudiometrie, läuft ganz ähnlich ab. Der einzige Unterschied liegt darin, dass mit Hilfe von Elktroden, die am Kopf des Kindes befestigt werden, gemessen wird, welche Potenziale ein Hörreiz in der Hörbahn auslöst. So kann überprüft werden, ob die in das Ohr geschickten Schallwellen als elektrische Impulse weitergeleitet und im gehirn verarbeitet werden. Auf die Frage, ob Hörschäde ein häufiges Problem bei Neugeborenen sind, antwortet Prof. Dr. Maurer: "Leider sind Hörschäden bei Neugeborenen relativ häufig. Das Problem ist, dass Hörschäden bisher oft zu spät erkannt wurden Mit den uns heute zur Verfügung stehenden medizinischen Möglichkeiten können wir dafür sorgen, dass sich Kinder mit Hörschäden ganz nrmal und ohne Einschränkungen entwickeln."
Sechs Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr bieten die besten Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung des Babys. Während im frühen Säuglingsalter Reflexe, Motorik und Haltung im Vordergrund der Vorsorge-Checks stehen, richten die Kinderärzte ihren Fokus im zweiten Lebenshalbjahr verstärkt auf die emotionale und geisitge Entwicklung. Neu ist ein Verfahren, das seit Januar dieses Jahres fest ins Programm der U-Untersuchungen aufgenommen wurde: das Hörscreening beim Neugeborenen. Denn nur wenn ein Kind hörfähig ist, kann es sich normal entwickeln und richtig sprechen lernen.  

 

Die U-Untersuchungen im Überblick

U 1 Bei der Geburt
Wie steht es um Babys Allgemeinbefinden? Die Farbe der Haut, Puls, Atmung, Muskelspannung und Reflexe werden bewertet.

U 2 3 - 10. Lebenstag
Keine Fehler im System? Die Organsysteme, das Skelett und die Reflexe des Babys werden untersucht. Durch die Abnahme von wenigen Tropfen Blut lassen sich eine Vielzahl an Stoffwechselkrankheiten und Hormonstörungen erkennen bzw. ausschließen. Rachitis- und Paradontoseprophylaxe und das Hörscreening sind heute an der Reihe!

U 3 4. - 6. Lebenswoche
Eine der aufwändigsten und umfangreichsten Untersuchungen. Das Baby wird auf zahlreiche Krankheiten und Fehlbildungen getestet, insbesondere auf die überwiegend bei Mädchen vorkommende Hüftdysplasie. Die Neigung zu Allergien wird untersucht, der Arzt fragt nach Auffälligkeiten beim Essen und Trnken. Etliche motorische Fähigkeiten und Reflexverhalten werden überprüft.

U 4 3. - 4 Lebensmonat
Eine erste soziale Kontaktaufnahme mit dem Baby sollte dem Kinderarzt möglich sein. Kann es einen Gegenstand festhalten und mit den Augen verfolgen? Auch über die Sprachentwicklung kann der Arzt schon eine Aussage treffen - Laute und Tonhöhen sollten sich zunehmend differenzieren.

U 5 6. - 7 Lebensmonat
Motorik und Geschicklichkeit stehen an erster Stelle. Will das Kleine schon sitzen? Kann es sich frei drehen und mit den Händen gezielt nach Gegenständen greifen?

U 6 10. - 14. Lebensmonat
Das Kind erforscht nun schon neugierig seine Umwelt. Krabbeln, selbstständiges Hochziehen und die ersten Schritte an der Hand sollten möglich sein Kann das Kleine schon für ein paar Sekunden alleine stehen? Das Verhalten und der bisherige Fortschritt des Babys sagen viel über seine geistige Entwicklung aus. Was kann das Baby schon mitteilen?