
Anregen und fördern
Babys von Anfang an fördern, aber nicht überfordern – das ist das Ziel der PEKIP-Gruppen PEKiP- Kurse in Ihrer Nähe finden Sie unter www.pekip.de
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| Fotos: Anna Peisl/Gräfe und Unzer Verlag |
Etwa sechs bis acht Mütter (manchmal auch Väter) sitzen gemeinsam mit ihren Babys in einem gut geheizten Raum und geben ihren Kleinen Bewegungsanregungen. Hört sich sehr theoretisch an, ist aber in der Praxis ein großer Spaß, der die körperliche und geistige Entwicklung der Babys anregt. Der beginnt damit, dass die Babys nach einem Begrüßungsritual ganz nackt ausgezogen werden. Dieses Ritual basiert auf der Beobachtung des Prager Psychologen und Namensgeber des Prager- Eltern-Kind-Programms, Dr. Jaroslav Koch. Er konnte in den 60er Jahren nachweisen, dass Babys sich nackt lieber und leichter bewegen. In PEKiP-Gruppen sollen Kinder entsprechend ihrem Entwicklungsstand gefördert werden. Dabei ist aber ganz wichtig, dass die Kleinen nicht überfordert werden. Anne Pulkkinen, Buchautorin und PEKiP-Expertin betont: „Wir üben und ‘beturnen’ nicht, PEKiP Gruppenleiterinnen geben lediglich Anregungen.“ Im Klartext: Die Babys werden nicht passiv bewegt. Ziel ist vielmehr, dass jede Bewegung aktiv vom Baby selbst ausgehen soll. Ein beliebtes Spiel, das diese Philosophie verdeutlicht, ist das „Wasserball-Strampeln.“ Das Baby liegt auf dem Rücken, und ein Elternteil hält einen an einer Schnur befestigten Wasserball so, dass er die Fußsohle des Kindes berührt. Das Baby spürt den leichten Druck und kann selbst entscheiden, ob und wie es dagegen treten möchte. Für jede Altersstufe gibt es spezielle Bewegungs-Anregungen. Das beginnt mit Übungen, bei denen sich das Baby aus der Rückenlage auf den Bauch dreht, setzt sich fort mit Bewegungen zur Unterstützung des Robbens und der ersten Krabbelversuche aus dem Vierfüßlerstand. Am Ende stehen die ersten selbstständigen Schritte. Wichtig hierbei: Immer entscheidet das Kind selbst, ob es reif für die einzelnen Anregungs-Spiele ist. Eltern lernen in einer PEKiP-Gruppe also auch, sich ganz individuell auf ihr Kind einzulassen. Weniger ist dabei mehr, so lautet die PEKiP-Devise. Deshalb rät Anne Pulkinnnen, Babys nicht durch zu viele Anregungen und Spielsachen zu überfordern. Sie empfiehlt, lieber einen Reim oder ein Lied mehrere Male zu wiederholen, als immer wieder neue Lieder oder Spiele zu beginnen. Und das Erforschen des Holzkochlöffels mit Mund, Händen und Füßen ist oft spannender als die Rassel aus dem Speilzeugmarkt.Sinnvoll ist es, wenn sich Gruppen so zusammenstellen lassen, dass die Babys ähnlich alt sind. Das ideale Einstiegsalter für einen Kurs liegt zwischen vier und sechs Wochen. Ein späterer Einstieg ist aber auch möglich.
PEKiP – das Prager-Eltern-Kind-Prgramm
Die Spiel- und Bewegnungsanregungen des Prager-Eltenr-Kind-Programms wurden in den 60er Jahren von Dr. Jaroslav Koch entwickelt, der am Institut für Mutter und Kind in Prag tätig war. Im, Mittelpunkt seiner Arbeit als Psychologe stand die Entwicklung des Kindes im ersten Lebensjahr. Seine wichtigste Erkenntnis: Babys entwickeln sich besser, wenn regelmäßig mit ihnen gespielt wird und sie sich dabei bewegen können – am liebsten nackt, dann sind sie noch aktiver und zufriedener. Die Idee der PEKiP-Gruppen kam dann in den 70er Jahren durch Prof. D. Christa Ruppelt nach Deutschland, die Kochs Erkenntnisse in die Praxis in Elter-Kind-Gruppen umsetzte, so dass PEKiP in diesem Jahr 35-jähriges Bestehen feiern kann. Der PEKiP-Verein (www.pekip.de) besteht seit 1988. Etwa 60.000 Familien nehmen wöchentlich an einem PEKiP-Kurs unter der Leitung von 2.000 Gruppenleiterinnen an über 1.200 Institutionen teil.
Mehr Infos finden sie in Anne Pukkinens Buch "PEKiP: Babys spielerisch fördern" - Verlag Gräfe und Unzer, München



