
Stück für Stück ein kleiner GOURMET
Strampeln, greifen und die ersten Krabbelversuche – fast täglich können Mütter beobachten, wie ihr Baby wächst und immer aktiver seine Umwelt erkundet. Mit der zunehmenden Bewegung steigt sein Energie- und Nährstoffbedarf, der von der Muttermilch allein bald nicht mehr gedeckt werden kann. Ernährungsexperten empfehlen deshalb, zwischen dem 5. und spätestens Anfang des 7. Lebensmonats das erste, fein pürierte Gemüse zu füttern. Zu diesem Zeitpunkt kann das Baby seine Kopfhaltung kontrollieren und zeigt reges Interesse am Essen der Erwachsenen. Muttermilch oder Säuglingsnahrung bleibt aber auch nach dem Start mit Beikost fester Nahrungsbestandteil. Bereits mit sechs bis acht Monaten entwickelt sich der Kaureflex beim Kind, der mit Hilfe zunehmend stückigerer Mahlzeiten angeregt werden soll. Durch die Kaubewegungen lernt das Baby, seine Lippen und die Zunge zu koordinieren und trainiert damit seine Kiefermuskulatur. Dieselben 30 Muskeln werden auch für das Sprechen benötigt. Somit ist deren Kräftigung eine wichtige Vorübung für das erste „Ma-ma“ und „Pa-pa“. Neben seiner Bedeutung für die Kau- und Sprachentwicklung wirkt sich der rechtzeitige Start mit stückiger Nahrung auch auf das spätere Essverhalten aus: Eine britische Studie belegt, dass eine späte Einführung von Beikost mit Stücken (10. Monat und später) bei den betroffenen Kindern zu signifikant häufiger auftretenden Essproblemen im Alter von 15 Monaten führt. Das optimale Zeitfenster für den Start mit Babykost (nach dem 4. Monat) liegt zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat.
Foto: Baby Walz
Stufenweise den Speiseplan erweitern
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Stufe 1 Das Baby hält seinen Kopf im Sitzen von alleine aufrecht, zeigt Interesse am Essen der Erwachsenen und öffnet den Mund, wenn sich der Löffel nähert. Für einen sicheren Einstieg in die feste Nahrung empfiehlt es sich, mit einem einfachen, allergenarmen Gemüse („A“) wie Karotten oder Pastinaken zu beginnen und dieses jede Woche um eine weitere Komponente zu ergänzen. Die Konsistenz der ersten Babykost ist fein püriert. Die Mahlzeiten sollten ohne Salzzusatz sein, da der natürliche Salzgehalt von Fleisch und Gemüse für den Bedarf des Babys ausreicht.
Stufe 2 Das Baby beginnt jetzt mit Daumen und Zeigefinger zu greifen, kann selbstständig Kekse essen und bekommt vielleicht schon seinen ersten Zahn. Die Babykost besteht in ihrer Zusammensetzung aus abwechslungsreichen Zutaten, um neue Geschmackserfahrungen zu fördern. Zur langsamen Stimulation der Mundmotorik ist die Nahrung bereits etwas gröber püriert. Vorlieben und Abneigungen gegen bestimmte Speisen (ab dem 6. Monat) werden früh geprägt. Deshalb sollte das Baby frühzeitig den gesunden Geschmack vielfältiger Nahrungsmittel kennen und mögen lernen.
Stufe 3 Mit sechs bis acht Monaten entwickelt sich beim Kind der Kaureflex: Es beginnt, die Nahrung im Mund seitlich hin und her zu bewegen und dabei zu kauen. Lippen und Zunge sind gut beweglich, die ersten Silben werden gebildet. Die „Späten“ bekommen jetzt ihre Milchzähne. Die Babykost enthält kleine Stückchen, um die Kaubewegung beim Kind zu trainieren. Die Menüauswahl wird vergrößert und um vegetarische Mahlzeiten ergänzt.
Stufe 4 Mit dem Ende des ersten Lebensjahres ist das Kind in (ab dem 12. Monat) seiner Entwicklung bereit, am Familienessen teilzunehmen. Es schließt die Lippen beim Kauen und Schlucken und versucht, selbstständig mit dem Löffel zu essen sowie aus der Tasse zu trinken. Die Mahlzeiten enthalten altersgerechte Stückchen zum Kauen. Menüs aus dem Glas ergänzen oder ersetzen das Familienessen, wenn es mal schnell gehen muss oder die Erwachsenenkost für Junior ungeeignet ist.
Darauf sollten Sie achten:
Wichtig ist, dass Menüs, Gemüse und Früchte im Gläschen optimal auf die Entwicklung des Babys abgestimmt sind. Die Zutaten sollten in ihrer Konsistenz zwischen fein püriert bis stückig variiert und in einem idealen Verhältnis zusammengestellt werden. Die Zusammensetzung der Mahlzeiten sollten den Empfehlungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) folgen. Darüber hinaus sollten strenge Kontrollen der Zutaten Schadstofffreiheit garantieren. Mit Bio-Zutaten im Gläschen ist man garantiert auf der sicheren Seite.
Schützt ein späterer Beikoststart besser vor Allergien?
„Wie lange soll ich ausschließlich stillen?“ „Wann füttere ich meinem Baby die erste Beikost?“ Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Mütter. Fest steht, dass in den ersten vier bis sechs Monaten Stillen als Königsweg gilt. Denn: Muttermilch ist die beste Anfangsnahrung, die den Säugling von Geburt an mit allen wichtigen Nähr- und Aufbaustoffen in idealer Zusammensetzung versorgt. Und, bei gestillten Babys sinkt das Allergierisiko um etwa 50 Prozent. Aktuelle Ernährungsrichtlinien raten deshalb, möglichst sechs Monate voll zu stillen und den Start mit Beikost hinauszuzögern, um das Risiko von Allergien zu minimieren. Während der präventive Effekt von Muttermilch als gesichert gilt, sollten die Beikostempfehlungen durch Studien wissenschaftlich untermauert werden. Im Ergebnis ließ sich jedoch keine vorbeugende Wirkung durch späte Gabe insbesondere von Kuhmilch und Hühnereiweiß nachweisen, die als Hauptauslöser für Allergien im Kindesalter gelten. Eine Langzeitstudie von A. Zutavern untersuchte beispielsweise, ob Babys, die diese Lebensmittel erst wesentlich später als im sechsten oder achten Monat erhielten, weniger Allergiesymptome zeigten als die Gruppe mit früherer Fütterung. Genau das Gegentei lwar der Fall: Kinder, die diese Lebensmittel spät erhalten, leiden signifikant häufiger an Neurodermitis.
Foto: Baby Walz
Babys Eisenspeicher rechtzeitig auffüllen
Ab dem zweiten Lebenshalbjahr steigt der Eisenbedarf des Kindes an – aus mehreren Gründen: Zum einen ist der Eisenvorrat, der bereits während der Schwangerschaft hauptsächlich in der Leber des Ungeborenen angelegt wurde, nach vier bis sechs Lebensmonaten aufgebraucht. Zum anderen benötigt das Kind aufgrund seines raschen Wachstums besonders in dieser Zeit vermehrt Eisen für die Blutbildung, den Muskelaufbau und das Gehirn. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) Dortmund beobachtet einen rückläufigen Trend bei der Eisenversorgung von Säuglingen und Kleinkindern. Aus medizinischen Untersuchungen gibt es Hinweise, dass bei 15 bis 20 Prozent der Kinder in Deutschland Eisen am unteren Grenzwert oder darunter liegt. Die Folgen können Blutarmut und Störungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung sein. Durch das Füttern von Beikost mit gut verfügbarem Eisen, etwa um das zweite Lebenshalbjahr, kann einem Eisenmangel vorgebeugt werden.
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Um den 5. Lebensmonat herum bricht der erste Milchzahn bei den meisten Babys durch. Bis das Milchgebiss vollständig ist, vergeht einige Zeit, aber Eltern sollten den kleinen Zähnen von Anfang an viel Aufmerksamkeit schenken. Schließlich soll Babys Milchgebiss nicht frühzeitig einem Angriff von Karies oder Parodontose zum Opfer fallen. Reinigung wird ganz groß geschrieben. Anfangs verwendet man allerdings keine Zahnbürste, sondern ein weiches Wattestäbchen zum Reinemachen. Hauptsache: regelmäßig nach den Mahlzeiten. Bitte verwenden Sie keine Zahncreme für Erwachsene. Wichtig ist, dass die Milchzähne ausreichend Fluorid zur Härtung des Zahnschmelzes auch von außen zugeführt bekommen. Eine spezielle Kinderzahnpasta ist genau richtig. Und nehmen Sie Ihren Nachwuchs so früh wie möglich mit zum Zahnarzt. Der Besuch verläuft garantiert schmerzlos und gibt dem Kind so die Sicherheit, dass ein Zahnarztbesuch gar nicht so unangenehm ist, wie wir Erwachsene leider glauben.


