05.02.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 01.12
Ab Februar bei Ihrem Apotheker und Kinderarzt erhältlich

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SCHWANGERSCHAFT
Zwillingsschwangerschaft

Hurra, wir bekommen Zwillinge

Zwillinge von Hexal
Foto: Hexal
Christina Hauptmann, die bereits Mutter einer dreijährigen Tochter ist, erwartet Zwillinge. Eine spannende Schwangerschaft zwischen doppeltem Glück und Herausforderungen hoch zwei.

Zwillingsschwangerschaften verlaufen meistens ganz normal

Das Untersuchungsergebnis der Frauenärztin löste zwar bei unseren Freunden und Familien einen kleinen Schock aus, mein Mann und ich aber schwebten irgendwo zwischen doppeltem Glück sowie jeder Menge Fragen, die auf die Schnelle gar nicht zu beantworten waren: Wie lange können wir zu fünft in unserer Drei-Zimmer-Wohnung bleiben? Ist es nicht sinnvoller, ein richtig großes Auto zu kaufen, damit man die drei Kindersitze, die wir künftig brauchen, nicht auf nur eine Rückbank quetschen muss? Und was ist eigentlich mit meinen Plänen, relativ schnell weiterarbeiten zu können? Statt uns mit zunächst unlösbaren Fragen zu beschäftigen, blickten wir immer wieder gebannt auf die Ultraschallfotos. Und amüsierten uns köstlich, wenn unsere Tochter gefragt wurde, ob sie denn wirklich ein Geschwisterchen bekomme - woraufhin Linda ihre Hand hob und mit den Fingern „2!" zeigte.


Nach ein paar Tagen sahen wir der Herausforderung nüchterner entgegen. Alleine schon deshalb, weil es mir schlechter ging als zu Beginn meiner ersten Schwangerschaft. Ist das normal? Oder liegt das daran, dass in meinem Bauch jetzt eben zwei Lebewesen heranwachsen? Ich lese, dass die hormonelle Umstellung in den ersten Monaten meist drastischer ausfällt als bei Einlingsschwangerschaften, daraus resultiert auch das häufige Auftreten von Übelkeit und Erbrechen. Überhaupt ist vieles anders: „Eine Zwillingsschwangerschaft wird von uns Ärzten grundsätzlich immer als Risikoschwangerschaft eingestuft", erklärt Dr. med. Doris Macchiella, Oberärztin an der Frauenklinik der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. „Risiko?", entgegne ich erstaunt. „Der Begriff Risiko bedeutet aus medizinischer Sicht lediglich, dass eine ZwillingsschwangerschaftZwillinge in ihrem Bettchen auf jeden Fall in regelmäßigen Abständen von einem Arzt kontrolliert werden sollte", sagt Macchiella, „es kann bei Mehrlingen einfach häufiger zu Komplikationen kommen". Heißt im Klartext: Leider gibt es viele Zwillinge mit Störungen in der Frühschwangerschaft. Manchmal entwickeln die Embryos sich auch unterschiedlich. „Hier reicht die Betreuung alleine durch eine Hebamme in der Schwangerschaft nicht aus. Nötig ist eine intensive ärztliche Überwachung z.B. mit Ultraschalltechnik", so Doris Macchiella. Von der Theorie zurück zum immer dicker werdenden Bauch und den damit verbundenen „anderen Umständen": Zum Glück war das mit der Übelkeit und einem extremen Schlafbedürfnis bald vorbei.

Es geht mir gut, und die beiden Mädchen (ja, irgendwann gab es auf einem der vielen Ultraschallfotos auch daran keinen Zweifel mehr) entwickeln sich prächtig. Alle vier Wochen kontrolliert meine Frauenärztin das Wachstum der Babys. Zurzeit haben sie nur ein paar Gramm Unterschied - doch wenn sie erst mal auf der Welt sind, werden sie sich deutlich mehr unterscheiden: Denn dass sie zweieiig sind, konnte uns die Frauenärztin auch schon verraten. Bleibt eigentlich - abgesehen von der Sache mit der Wohnung, dem Auto und dem Job - nur noch die Frage, wann die beiden unser Familienleben auf den Kopf stellen werden. Können wir uns auf den errechneten Geburtstermin verlassen? „Mehrlinge kommen meist zwei bis vier Wochen früher zur Welt", weiß die Oberärztin, „weil der Platz im Bauch der Mutter einfach zu eng wird". Was kein Problem ist, da ab der 36. Woche die Lungen der Babys vollständig ausgebildet und Brutkasten oder Wärmebettchen in den seltensten Fällen erforderlich sind.


Nun heißt es abwarten und die verbleiben den Wochen der Schwangerschaft möglichst genießen. Denn so ruhig wie jetzt wird es die nächsten 20 Jahre unseres Lebens bestimmt nicht mehr sein.

Das sollten Sie wissen

1. Zwillingsmütter haben gute Chancen, nach der Geburt für einige Wochen eine bezahlte Haushalshilfe verschrieben zu bekommen. Fragen Sie Ihren Arzt bzw. die Krankenkasse.
2. Zwei Babys gleichzeitig stillen geht. Tipps hierfür bei: La Leche Liga,
Infonline: 06851-2524

3. Eltern von Mehrlingen erhalten zum Elterngeld zusätzlich pro Mehrling 300
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