05.02.2012

Aktuelle Ausgabe

BABY POST 01.12
Ab Februar bei Ihrem Apotheker und Kinderarzt erhältlich

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SCHWANGERSCHAFT
Alle Sinne auf Empfang

ALLE SINNE auf Empfang
Babys Leben beginnt lange vor der Geburt

 

Die gesunde Ernährung steht im VordergrundUngeborene Kinder sind Feinschmecker. Ihr Geschmackssinn ist zwischen dem fünftenund siebten Schwangerschaftsmonat so wahrnehmungsfähig wie bei den meisten Menschen später nie wieder. Diese Zeit ist nämlich der Entwicklungshöhepunkt der Geschmacksknospen, die sich gegen Ende der Schwangerschaft und nach der Geburt mengenmäßig wieder zurückentwickeln. Genau wie Erwachsene können Ungeborene vier Geschmacksrichtungen unterscheiden, nämlich süß, sauer, salzig und bitter. Zwar schmeckt das aus vielen Nährstoffen zusammengesetzte Fruchtwasser normalerweise süß, kann sich aber zeitweise je nach Ernährung und Hormonstatus der Mutter oder nach einer Urinausscheidung des Embryos in seiner Zusammensetzung verändern. So wird der Geschmackssinn des Kindes ständig stimuliert. Beobachtungen lassen eine angeborene Vorliebe des Babys für Süßes erkennen. Fügt man dem Fruchtwasser Saccharin bei, verdoppelt es gierig seine Schluckbewegungen. Hat man das Fruchtwasser hingegen mit einem faulig schmeckenden Kontrastmittel „angereichert", trinkt das Kind sofort weniger und verzieht angeekelt sein Gesicht.

Musik in Babys Ohren

Wer glaubt, dass in der Plazenta Stille herrscht und das Baby in einer geräuschlosen Hülle aufwächst, irrt. Es nimmt den rhythmischen Herzschlag der Mutter ebenso wahr wie das Pulsieren der Bauchschlagader, ihr Alles, was dem Baby gut tutMagenknurren, ihre Stimme und andere Geräusche, die von außen an es herantreten. Bereits in der 18. SSW ist das Hörorgan des Ungeborenen voll funktionsfähig. Dabei hört es eher hohe als tiefe Töne, da die hohen Töne am Eingang des Ohres aufgenommen werden - die Stimme der Mutter nimmt das Embryo auch daher eher alsdie meist tiefere Stimme des Vaters wahr. Zu keinem Sinnesbe- reich des Ungeborenen haben Forscher so viele Experimente gemacht wie zum Hören.

In einem Experiment wurde Ungeborenen in unregelmäßigen Abständen der immer gleiche Ausschnitt aus Prokofjews „Peter und der Wolf" vorgespielt. Die Mutter befand sich dabei im Zustand vollkommener Entspannung. Im achten Monat zeigte sich deutlich, dass die Reaktion des Ungeborenen auf das inzwischen vertraute Thema deutlich früher als in den vorangegangenen Monaten erfolgte. Spielte man dann den Neugeborenen diese Musik vor, hörten sie auf zu schreien und wurden ruhiger. Mit der gleichen Fragestellung - nämlich der, wie Neugeborene zu beruhigen sind - befasste sich aus naheliegenden Gründen der Versuch eines amerikanischen Psychologen. Er spielte den Neugeborenen einer Säuglingsstation einen auf Tonband aufgenommenen Herzschlag von gemächlichen 72 Schlägen pro Minute vor. Sogleich beruhigten sich fast alle Kinder, atmeten ruhiger, unterbrachen ihr Schreien oder schliefen gar ein. Bei einem Rhythmus von 128 Schlägen in der Minute nahmen Weinen und Unruhe im Neugeborenenzimmer hingegen zu.

Begrenzt sehfähig

 Dr. Georgakis, München
 Foto: Dr. Georgakis, München

Anders als das Hörvermögen ist die Sehfähigkeit des Ungeborenen unterentwickelt. Zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsmonats wachsen seine Augenlider zusammen und öffnen sich erst ab dem fünften Monat langsam wieder. Erst im siebten Monat sind sie wieder ganz geöffnet. Dennoch reagieren Kinder ab der 16. SSW trotz geschlossener Augen mit erhöhtem Herzschlag, wenn ein starker Lichtstrahl auf den Bauch der Mutter und direkt auf ihren Kopf gerichtet wird. Ihre Pupillen verengen sich. Wenn es auf die Welt kommt, kann das Neugeborene zunächst nur die Dinge sehen, die sich 15 bis 30 Zentimeter von seinem Auge entfernt befinden. Diese Maße entsprechen haargenau dem Raum im Mutterleib, den es soeben verlassen hat.

Buchtipp: Mehr Informationen zum Thema: Elisabeth Bürkler: Was erlebt mein Baby vor der Geburt? Seine Welt und seine Erfahrungen, Kreuz Verlag, Zürich 1999, ISBN 3-268-00229-3

KOMMUNIZIEREN SIE MIT IHREM BABY
Ich freue mich auf dich, Baby!

Diese Forschungsergebnisse zeigen, dass der Fötus schon früh im Mutterleib auf Außenreize reagiert. Psychologen, die sich intensiv mit der pränatalen Entwicklung beschäftigen, halten es deshalb für ganz wichtig, wenn die werdenden Eltern frühzeitig mit ihrem Baby kommunizieren und ihrem Baby durch liebevolle Worte und zärtliches Streicheln des Bauches das Gefühl vermitteln, willkommen zu sein. Das ist eine ganz wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Babys Selbstwertgefühl und seine Fähigkeit, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen!