24.05.2013

Aktuelle Ausgabe

JA ZUM BABY 02/13
Ab dem 17. Mai bei Ihrem Gynäkologen und in Krankenhäusern mit Entbindungsstation erhältlich.

Gewinnen Sie hier
tolle Preise!

 

SCHWANGERSCHAFT
Gesundheitscheck vor der Geburt

Gesundheits-Check vor der Geburt 
Die Pränataldiagnostik ist fester Bestandteil der Schwangerschaftsvorsorge
 

Musik für mein Baby

Bekommen wir ein gesundes Baby? Diese Frage stellen sich alle werdenden Eltern. Frauenärzte können mit Hilfe der normalen Vorsorgeuntersuchungen nicht immer eine sichere Antwort geben. Deshalb unterziehen sich immer mehr Schwangere den Checks der Pränataldiagnostik. Aber auch die pränatale Diagnostik hat Grenzen und birgt Risiken. Was sie kann und was nicht, lesen Sie hier Kein Zweifel – es ist ein Verdienst des Vorsorgesystems, dass Gefahren einer Schwangerschaft frühzeitig erkannt und so rechtzeitig behandelt werden können, dass Mutter und Kind die neun gemeinsamen Monate gut überstehen und das Baby gesund ins Leben starten kann. Dank der intensiven kostenlosen Überwachung bringen heute auch chronisch kranke Frauen gesunde Kinder auf die Welt, und auch das Alter der Schwangeren spielt für den Verlauf der Schwangerschaft kaum noch eine Rolle. Weil Mutter und Kind regelmäßig auf den Kopf gestellt werden, können Frauenärzte eventuelle Komplikationen rechtzeitig erkennen. Infektiöse Erkrankungen der Harnwege, die den Schwangerschaftsverlauf gefährden, werden auf diese Weise ebenso entdeckt wie ein entgleisender Blutdruck, der Vorbote einer gefährlichen Gestose sein kann. Ob das Baby mit gesunden Erbanlagen ausgestattet ist oder an einem Gendefekt leidet, der sein Leben und das der Eltern erheblich beeinträchtigen kann, kann man so allerdings nicht feststellen.Wenn das Ungeborene genauer untersucht werden soll, ist die pränatale Diagnostik gefragt.   

NICHT INVASIVE DIAGNOSTIK  

Erst-Trimester-Screening Etwa 12. bis 14. Schwangerschaftswoche (SSW) Hauptsächlich eine Risikoabschätzung für das Down-Syndrom. Die Untersuchung kann jedoch auch Hinweise auf andere Fehlbildungen (z. B. Herzfehler) liefern. Bei dieser für Mutter und Kind ungefährlichen Ultraschall-Untersuchung wird die Nackentransparenz (NT) des Ungeborenen gemessen. Denn bei Kindern mit Chromosomenstörung ist die NT oft verdickt. Wird die Ultraschall- Messung mit einem speziellen Bluttest der Mutter kombiniert, kann das Down-Syndrom zu einer hohen Wahrscheinlichkeit entdeckt werden.  

Differenzierter Ultraschall Etwa 19. bis 22. SSW Bei individuellen Risiken der Schwangeren oder bei Auffälligkeiten beim normalen Ultraschall – kann man das Kind von Kopf bis Fuß betrachten: Organe, Körperbau, Größe, Fruchtwassermenge etc. Bei der differenzierten Organdiagnostik handelt es sich um eine ungefährliche, schmerzfreie Ultraschall- Untersuchung. ZurUntersuchung gehört auch eine Untersuchung des Herzens (Echokardiographie).  
 

Triple Test

Etwa 15. bis 17. SSW Für eine Einschätzung des individuellen Risikos für chromosomale Störungen. BeimTriple Test handelt es sich um eine Blutuntersuchung der Mutter. Im Labor wird das Blut auf ein bestimmtes Eiweiß und zwei Hormone hin untersucht. Gemeinsam mit dem Alter der Mutter lässt das Ergebnis der Blutuntersuchung eine Wahrscheinlichkeitsrechnung für das Down-Syndrom zu, ist aber nicht so zuverlässig wie eine Nackentransparenmessung in Kombination mit einer Blutuntersuchung.  

INVASIVE DIAGNOSTIK 

Chorionzottenbiopsie
Etwa 11. bis 14. SSW Damit kann der Arzt chromosomale Fehler (z. B. Down- Syndrom, Trisomie 18 oder Ullrich- Turner-Syndrom), aber auch einige Stoffwechsel- und Blutkrankheiten entdecken bzw. ausschließen. Durch die Bauchdecke der Mutter wird der Mutterkuchen (Plazenta) unter Ultraschallkontrolle punktiert. Die so gewonnenen Gewebeproben können dann labortechnisch untersucht werden. Der Befund liegt oft schon nach wenigen Tagen vor. Das Fehlgeburtsrisiko liegt bei ein bis zwei Prozent. Das Verfahren wird deshalb heute seltener angewandt.  

Amniozentese
Etwa zwischen der 14. und 19. SSW Wird gemacht, um (ähnlich wie bei der Chorionzottenbiopsie) bestimmte Chromosomenstörungen auszuschließen. Aber auch der so genannte offene Rücken und bestimmte Viruserkrankungen des Ungeborenen (z. B. Ringelrötelninfektion) können durch die Fruchtwasseruntersuchung entdeckt werden. Unter Ultraschallkontrolle entnimmt der Arzt mit einer feinen Nadel durch die Bauchdecke der Mutter Fruchtwasser. Im Labor werden die darin befindlichen Zellen des Ungeborenen vermehrt und untersucht. Neben den beschriebenen Diagnoseverfahren gibt es unter anderem noch  

die Chordozentese – eine Punktion der Nabelschnur, die eine Untersuchung des Blutes ermöglicht und in der Regel nur bei speziellen Fragestellungen durchgeführt wird, 

die Dopplersonographie – eine Ultraschall- Untersuchung zur Messung der Blutströmung. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob das Ungeborene ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.  

 Sie müssen entscheiden

Alle pränatalen Diagnoseverfahren sind freiwillig. Der behandelnde Arzt wird Eltern unter Umständen zu bestimmten Untersuchungen raten, sie über Abläufe, mögliche Ergebnisse und Risiken informieren, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nicht vergessen sollten werdende Eltern dabei stets, dass es trotz exakter, fortschrittlicher Untersuchungsmethoden keine Garantie für ein kerngesundes Baby geben kann. Denn zahlreiche Erkrankungen und Störungen lassen sich bis heute nicht vor der Geburt feststellen.